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Kotschnew ist der Eis-Rudi

Wir planen nicht mehr mit ihm! Das haben wir doch schon so oft gehört. Fehleinkauf, zu teuer, verletzt, kann nichts. Weg! Es gibt viele Gründe, Spieler auf das Abstellgleis zu schieben. Die meisten werden wir nie erfahren.

Bemerkenswertes allerdings spielt sich derzeit im Hamburger Sport ab. Stürmer Artjoms Rudnevs hat sich beim HSV mit zwei Toren und einem Assist nach der Winterpause wieder zum Stammspieler und Fanliebling hochgekämpft. Bei den Freezers rettet Torwart Dimitrij Kotschnew mit Glanzparaden wichtige Punkte und hält die Hoffnung auf die Play-offs am Leben. Kotschnew ist der Eis-Rudi.

Dabei waren die Signale vonseiten der sportlichen Leitung klar: Tschüs. Eine Chance hatten sie nicht mehr, die Trainer vertrauten ihnen nicht, sie sollten zum Saisonende von den Gehaltslisten verschwinden.

Trotzdem immer weiterzumachen, immer weiter, sich ranzutrainieren und bereit zu sein, wenn die Stunde doch noch einmal schlägt, das zeugt von einer bemerkenswerten Einstellung. Und dem unerschütterlichen Glaube daran, dass ja nicht alles verloren sein kann, was sie vor gar nicht so langer Zeit bereits gezeigt hatten.

Ähnliche Beispiele gab es gerade beim HSV immer wieder. Jüngst auch noch Ivo Ilicevic und Goijko Kacar. Irgendwie beschließt immer irgendwer, dass der und der es nicht mehr bringt. Und irrt nicht selten. Diesen Irrtum zu korrigieren, aus welcher Not heraus auch immer, ist auch ehrenhaft.

So ist es wohl im Sport am Ende immer noch so, dass zunächst die Leistung zählt. Und das ist ja auch gut so.