Weltcup

Biathlet Doll wird Zweiter im Massenstart in Kanada

Benedikt Doll ereichte das Ziel als Zweiter

Benedikt Doll ereichte das Ziel als Zweiter

Foto: dpa

Wie beim Sprint der Damen macht im Massenstart der Biathleten der Wind zu schaffen. Doll kommt dennoch erfolgreich durch das Rennen.

Canmore.  Deutschlands Nummer eins Simon Schempp erwischte einen rabenschwarzen Tag. Dafür sprang Benedikt Doll in die Bresche. Beim Biathlon-Weltcup im kanadischen Canmore lief der 25-Jährige in der Massenstart-Windlotterie dank einer phänomenalen Schlussrunde auf Rang zwei und sicherte sich damit seine beste Saisonplatzierung.

„Dass ich nach vorne noch zwei Plätze gut machen kann, damit habe ich nicht gerechnet“, sagte der völlig abgekämpfte Doll nach seinem Kraftakt im ZDF. Während bei schwierigen Windbedingungen Schempp gleich acht Strafrunden kassierte und nur 21. wurde, hätte Doll bei einem Fehler weniger sogar seinen ersten Weltcupsieg holen können. Am Ende fehlten ihm nur 4,1 Sekunden zum Italiener Dominik Windisch.

Doch daran dachte der begeistert Hobby-Koch, der viermal in die Strafrunde musste, im Zielraum nicht. „Ich habe zuerst gar nicht nach vorne geschaut, meine größere Angst war eher nach hinten, weil da kamen ja gleich sieben, acht Leute“, berichtete Doll von seiner Schlussrunde. Nach drei Fehlern im Liegendanschlag, war er im ersten Stehendschießen ohne Extrarunde durchgekommen. Und auch beim finalen Schießen wirkte er sicher, wenngleich er da immer mal wieder wackelt.

Doll erklärt Erfolgsrezept

Und obwohl er 150 Extra-Meter absolvieren musste, ging Doll am Fuße der nebelverhangenen Rocky Mountains kraftvoll auf die Aufholjagd. „Ich musste gleich volle Kanne losgehen, damit die gar nicht erst rankommen. Und das hat gut geklappt“, erklärte Doll sein Erfolgsrezept inklusive Laufbestzeit. Erst schnappt er sich den Letten Andrejs Rastorgujevs und dann den Franzosen Quentin Fillon Maillet. Nur zu Windisch reichte es nicht mehr ganz.

Während Doll jubelte, war es für Schempp ein Tag zum Vergessen. Mit den schwierigen Bedingungen kam er gar nicht zurecht. Das war ihm auch schon beim Saisonauftakt in Östersund passiert, als er nach acht Fehlern als Sprint-77. gar die Verfolgung verpasste. Auch bei der vergangenen WM in Kontiolahti war er als Mitfavorit im Sprint nach sieben Fahrkarten nur 77. geworden und ebenfalls an der Qualifikation für den Verfolger gescheitert.

Wie schon am Freitag bei Damen-Sprint fegte ein starker Wind mit teils heftigen Böen in den Schießstand. Aber diesmal hatten alle etwa die gleichen Bedingungen. Insgesamt leisteten sich die vier Deutschen 23 Fehler. Keiner der 30 Starter blieb ohne Fehler, selbst der Weltcup-Gesamtführende Martin Fourcade aus Frankreich musste sechsmal in die Strafrunde. Arnd Peiffer wurde nach vier Fehlern Achter, Doppel-Weltmeister Erik Lesser (7) hingegen nur 28.