Bundesliga

Bayer und Bayern liefern sich Taktikschlacht

Leverkusens Karim Bellarabi (l), Leverkusens Christoph Kramer (m) und Münchens David Alaba kämpfen um den Ball

Leverkusens Karim Bellarabi (l), Leverkusens Christoph Kramer (m) und Münchens David Alaba kämpfen um den Ball

Foto: Jonas Güttler / dpa

Bayern München kommt bei Bayer Leverkusen nicht über ein 0:0 hinaus. Bayer hielt gut dagegen. War zeitweise besser. Alonso sah Rot.

Leverkusen. Bayern München hat sich nach der jüngsten Unruhe nicht weiter von den Verfolgern absetzen können. Im Bundesliga-Topspiel beim Tabellenvierten Bayer Leverkusen musste sich der Spitzenreiter vor 30.210 Zuschauern in der BayArena mit einem 0:0 begnügen - ebenso wie zuvor Borussia Dortmund bei Hertha BSC.

Es ist die zweite Punkteteilung, die der FC Bayern in dieser Saison hinnehmen musste. Allerdings sind die Gastspiele des Fußball-Rekordmeisters beim Werksclub schon seit längeren nicht sehr erfolgreich verlaufen: Von den nun neun letzten Pflichtspielen gewann der FC Bayern, bei dem zudem kurz vor Schluss Xabi Alosno mit Gelb-Rot vom Feld musste, nur eins.

Das Topspiel hatte kein Spitzenniveau. Beide Mannschaften attackierten früh, so dass sich das Geschehen meistens auf das Mittelfeld und recht harte Zweikämpfe beschränkte. Chancen waren auf beiden Seiten eine Seltenheit. Allein Bayer-Kapitän Ömer Toprak (11. Minute) hatte nach einer Ecke von Hakan Calhanoglu mit einem scharfen, aber nicht platzierten Kopfball die einzige Tormöglichkeit für den kämpferischen Gastgeber in der ersten Hälfte.

Müller und Thiago auf der Bank

Noch weniger inspiriert wirkten die Bayer-Spieler in der Offensive. Nur Kingsley Coman (21.) konnte einmal gefährlich in den Leverkusener Strafraum eindringen, nachdem er dem als neuen Nationalspieler gehandelten Bayer-Innenverteidiger Jonathan Tah davon spurtete, aber nicht an Torwart Bernd Leno vorbeikam.

Die Maulwurf-Affäre, Spekulationen über die Doppelrolle von Trainer Pep Guardiola nach dem publik gewordenen Wechsel am Saisonende zu Manchester City und Gerüchte über Eskapaden von Arturo Vidal hatten offenbar doch Spuren hinterlassen.

Hinzu kamen die Ausfälle der Innenverteidiger Jerome Boateng und Javier Martinez, auf die Guardiola mit einer taktischen Variante reagierte: Joshua Kimmich, Holger Badstuber und David Alaba bildeten die Dreierkette, in die Philipp Lahm aus dem rechten Mittelfeld rein rückte, wenn es brenzlig wurde. Unerwartet hatte der Bayern-Coach zunächst Thomas Müller und Thiago auf die Bank beorderte.

Erst Müller brachte Gefahr

Nach dem Wiederanpfiff wurde die Partie munterer, aber nicht weniger verbissen und zäh. Für Gefahr sorgte in der 53. Minute ein 20-Meter-Schuss von Bayer-Torjäger Javier „Chicharito“ Hernández, der links knapp am Münchner Gehäuse vorbeistrich. Wenig später hatten die Bayern Glück, das Calhanoglu aus Nahdistanz Kimmich traf, der den Ball ins Toraus abfälschte. Unmittelbar darauf lief Arjen Robben nach einem langen Pass an der Mittellinie auf das Leverkusener Tor zu, konnte aber von Wendell gerade noch gestoppt werden.

Erst als Thomas Müller (60.) für Robben kam, der abgesehen von diesem Sololauf nichts zu bieten hatte, wurde der FC Bayern gefährlicher. In der 64. und 65. Minute schoss der Nationalspieler jeweils nur knapp über das Tor. Die Bayern erhöhten zwar den Druck auf die Platzherren, die jedoch auch mit dem Glück des Tüchtigen das 0:0 verteidigen.