Basketball

Die Hamburg Towers sind auswärts nur Türmchen

Bazoumana Koné von den Hamburg Towers

Bazoumana Koné von den Hamburg Towers

Foto: Witters

Die Hamburg Towers wollen sich am Sonntag in Essen endlich auch auswärts als Spitzenteam zeigen.

Hamburg. Auf fremdem Parkett scheinen für die Hamburg Towers in dieser ProA-Saison schlechte Klone auf Korbjagd zu gehen. Oder vielleicht klebt an dem angriffslustigen Camou­flage-Auswärtstrikot der Wilhelmsburger Zweitligabasketballer einfach eine Portion Wurfpech? Wie soll man sich das sonst erklären, dass die „Türme“ zuletzt als Gastarbeiter dreimal nachei­n­ander verloren? Dieselben „Türme“, denen jüngst in der Inselparkhalle sieben Siege auf einen Streich gelangen.

Vor dem Trip zum Tabellenzwölften Baskets Essen am Sonntag (17 Uhr/Livestream www.sportdeutschland.tv) fordert Headcoach Hamed Attarbashi: „Wir müssen auswärts besser und vor allem konstanter spielen.“ Auch der Mann, der sonst mit einem Statistikzettel oder einer Videoanalyse die Welt erklären kann, rätselt: „Es ist schwer zu sagen, woran unsere aktuelle Auswärtsschwäche liegt.“ Er und Sportdirektor Marvin Willoughby relativieren die 2:5-Reisegesamtbilanz aber ein bisschen damit, dass man drei Pleiten bei Top-Vier-Teams kassiert habe: in Jena (56:64), Kirchheim (60:73) und Gotha (62:72). Nur zwei „Ausreißer“ gab es: Zum einen beim Liga-15. Leverkusen (68:75) am vierten Spieltag. „Da stimmte nichts, auch nicht die Einstellung. Danach haben wir mal auf den Tisch gehauen, und es folgten die fünf Siege nacheinander“, erinnert sich Willough­by. Die andere unnötige Niederlage war beim Tabellen-13. Baunach (73:77).

Wie erklärt er sich den Negativlauf in fremden Hallen? „Tja, wir haben nur schlechte Spieler, und der Trainer kann nichts“, sagt Witzbold Willoughby. „Scherz!“ Es sei ja fast ein Luxuspro­blem: „Wenn wir auch noch auswärts punkten, wären wir nicht Fünfter, sondern Zweiter.“ Trotzdem steht auf der Rückrunden-To-do-Liste ganz oben: „Wir wollen auswärts souveräner auftreten und unseren Stiefel runterspielen.“ So wie in den zwei Musterheimspielen gegen Ligakrösus Vechta (82:74) und Spitzenreiter Jena (73:63).

Die Auswärtsschwäche fällt vor allem wegen der Heimstärke besonders auf. Attarbashi („Heimspiele sind das Geilste“) erzählt, dass sich die Spieltagsabläufe im Inselpark sehr professionalisiert hätten, am Anfang der Premierensaison lagen nicht einmal die Trikots in der Kabine bereit. „Und jetzt bekommt Mike Wenzl in Sekundenschnelle Tee gereicht, wenn er beim Aufwärmen Halskratzen hat.“ Wil­lough­by meint: „Wir sind auf jeden Fall ein Heimteam. Niemand aus der Liga reist mehr gern zu uns.“ Als tollste Heimkulissen der Liga gelten Gothas „Blaue Hölle“ (ein Zelt!) und Vechtas am Sonntag zum 60. Mal nacheinander ausverkaufter Rasta Dome. Aber in der Zuschauerstatistik sind die Towers schon Zweiter mit durchschnittlich 2689 Besuchern hinter Vechta (3140).

Die Towers steigen also selbstbewusst am Sonnabendmittag in den Bus gen Essen. „Schrecklich für uns“ findet Willoughby aber, dass sich Spielmacher Bazoumana Koné mit seiner versuchten Kopfnuss gegen einen Jenaer eine Sperre eingebrockt hat. Dass er in Essen gesperrt ist, bestätigte die ProA bereits, ließ mit ihrem genauen Urteil wegen der überlasteten Geschäftsstelle aber auf sich warten. Willoughby: „Hamed und ich mussten Bazou mal in den Hintern treten. Er war in der Hinrunde überragend und hat uns nun einen Bärendienst erwiesen.“ Aber: „Wir stehen hunderprozentig hinter ihm. Er ist ein ganz lieber Kerl, der niemanden haut. Ihm tut es am meisten leid.“