Hamburg

Heimserie endet im Penaltyschießen

Nach fünf Siegen in Folge unterlagen die ersatzgeschwächten Hamburg Freezers in der DEL trotz guter Leistung den Iserlohn Roosters mit 1:2

Hamburg. Wenn Siegesserien reißen, dann ist das niemals schön. Dennoch konnten die Hamburg Freezers am Freitagabend erhobenen Hauptes das Abebben ihrer Erfolgswelle hinnehmen. Das 1:2 (0:1, 1:0, 0:0, 0:1) nach Penaltyschießen gegen die Iserlohn Roosters war nach fünf Siegen in Folge in der heimischen Barclaycard-Arena eine Niederlage, die angesichts des Tabellenstands zwar schmerzte, für die sich die stark dezimierte Mannschaft aber nicht schämen musste. 40 Minuten lang war sie die bessere gewesen, was von zahlreichen vom Motto „Ladies Night“ angelockten Damen ebenso mit Applaus honoriert wurde wie von den männlichen Fans.

Warum die Gäste aus dem Sauerland in der Tabelle vor den Freezers stehen, wurde den 8913 Besuchern im ersten Drittel vorgeführt. Aggressiv im Forechecking und blitzschnell im Umschaltspiel stellte Iserlohn die Hamburger Abwehr vor eine Reihe von Rätseln, deren Lösung in den meisten Fällen Cal Heeter oblag. Nur einmal war der stark aufgelegte Torhüter der Freezers machtlos, als Robert Raymond aus kurzer Distanz so frei war, den Puck ins Netz zu schießen. Die Führung war verdient, weil die erschöpft wirkenden Hamburger ihre Torchancen fahrlässig (Morten Madsen) vergaben oder an der Torlatte (Mathieu Roy) scheiterten.

Umso erstaunlicher war die Wandlung, die Cheftrainer Serge Aubin in der ersten Pause initiiert haben musste. Mit deutlich verbesserter Körpersprache, einem gehörigen Plus an Intensität und dem Glück, dass der erneut starke Michael Davies genau in dem Moment am langen Pfosten stand, als der Traumpass Julian Jakobsens dort anlangte, erzwangen die „Eisschränke“ den Ausgleich. Das Tor gab so viel Auftrieb, dass Aubins Auswahl das Mitteldrittel deutlich dominierte und sich die nur noch sporadisch angreifenden Gäste über einen Rückstand nicht hätten beschweren dürfen. Für den Stunt des Abends sorgte allerdings Roosters-Angreifer Luigi Caporusso, der bei einem Konter anstelle des Pucks kopfüber im rechten oberen Eck des Freezers-Tores einschlug. Die Schiedsrichter verstanden aber keinen Spaß und gaben den Treffer nicht.

Wer angesichts von sieben verletzten Leistungsträgern erwartet hatte, dass den Freezers die Kraft für den Endspurt fehlen würde, sah sich ge-täuscht. Allerdings bringt ein Plus an Spielanteilen und Torchancen nicht automatisch Punkte. Dafür braucht es Tore, und die fehlten, so dass „Stuntman“ Caporusso die rund 200 mitgereisten Roosters-Fans im Penaltyschießen feiern ließ. Für die Freezers bleibt die Hoffnung, dass am Sonntag (16.30 Uhr) beim Gastspiel in Düsseldorf endlich eine Auswärtssiegesserie gestartet werden kann. (bj)

Tore: 0:1 (10:38) Raymond (York, Button), 1:1 (21:09) Davies (Jakobsen, Liwing), 1:2 Caporusso (Penalty). Strafminuten: 6/8. SR: Bauer/Hunnius (Nürnberg/Berlin). Zuschauer: 8913.