Bundesliga

Gladbach besiegt Wölfe – Hannover mit erstem Dreier

Borussia Mönchengladbach feiert den nächsten Sieg

Borussia Mönchengladbach feiert den nächsten Sieg

Foto: WOLFGANG RATTAY / REUTERS

Mönchengladbach feiert den nächsten Sieg – gegen Wolfsburg. Stuttgart schafft noch 2:2. Hannover mit erstem Saisonsieg gegen Werder.

Mit einer historischen Erfolgsserie unter Übergangstrainer André Schubert hat Borussia Mönchengladbach seinen Aufschwung in der Fußball-Bundesliga fortgesetzt. Beim 2:0 (0:0)-Sieg gegen den VfL Wolfsburg feierte der Übergangscoach als erster Trainer des Clubs drei Siege in den ersten drei Liga-Spielen. Die seit vier Partien sieglosen Niedersachsen stecken hingegen in einer kleinen Ergebniskrise. Vor 52.581 Zuschauern im Borussia-Park erzielten Havard Nordtveit (76.) und Ibrahima Traoré (79.) die Treffer für die Gastgeber. Die Wolfsburger verpassten damit den Anschluss an das Spitzentrio.

Im Duell der beiden Teams, die unter der Woche in der Champions League den beiden Manchester-Clubs jeweils 1:2 unterlagen, verzichtete Gäste-Trainer Dieter Hecking auf gleich vier Stammspieler und ließ Bas Dost, Julian Draxler, Dante und Christian Träsch zunächst nur auf der Bank. Dafür kam Sebastian Jung zu seinem ersten Startelfeinsatz, Marcel Schäfer durfte zum zweiten Mal ran.

Bei den Gladbachern feierte Torhüter Tobias Sippel, der für den verletzten Yann Sommer (Nasenbeinbruch) zwischen den Pfosten stand, sein Bundesliga-Comeback nach 41 Monaten. Zudem rückte Ibrahima Traoré für Patrick Herrmann in die Anfangs-Elf und sorgte auf dem rechten Flügel für viel Bewegung.

Die Gastgeber übernahmen von Beginn an die Initiative, kombinierten gut und hatten in der 12. Minute durch Lars Stindl die erste große Torchance, doch der Ex-Hannoveraner traf aus kurzer Distanz nur den Pfosten. Die Wolfsburger hatten Mühe mit dem Kombinationsspiel der Borussen und kamen nur sporadisch zu guten Offensivaktionen.

Eine davon vereitelte Sippel nach einem Drehschuss aus drei Metern von André Schürrle (13.), der wieder von Beginn spielte, aber kaum Akzente setzen konnte. Auch bei einem Distanzschuss von Timm Klose war Sippel auf dem Posten (29.). Der Ex-Gladbacher Max Kruse blieb an alter Wirkungsstätte unauffällig.

In der 52. Minute hatten die Gäste Glück, dass Kloses Kopfball nach Flanke von Traoré auf dem eigenen Tornetz landete. Die Gastgeber setzten die Niedersachsen weiter unter Druck und standen in der zentralen Verteidigung sehr sicher und bescherten Torhüter Sippel einen weitgehend ruhigen Nachmittag.

Auf der Gegenseite scheiterte zunächst der starke Stindl mit einem 20-Meter-Schuss knapp. Dann trafen innerhalb von drei Minuten Nordtveit mit einem sehenswerten Schuss aus 25 Metern und Traoré nach einem Konter. Wolfsburgs Trainer Hecking wurde in der Schlussphase von Schiedsrichter Felix Zwayer wegen Protestierens auf die Tribüne geschickt.

Hannover atmet auf: Glückliches 1:0 im Rumpelduell gegen Werder

Trainer Michael Frontzeck kann nach dem glücklichen 1:0 (0:0)-Sieg von Hannover 96 im schwachen Nordderby gegen Werder Bremen vorerst aufatmen. Durch einen Kopfballtreffer von Salif Sané (55. Minute) gelang dem bisherigen Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga am achten Spieltag endlich der erste Saisonsieg. Damit dürfte der zuletzt unter Druck geratene Frontzeck etwas beruhigter in die Länderspielpause gehen.

Bei Werder wird die Lage nach der vierten Niederlage in Serie dagegen allmählich prekär. Mit sieben Punkten rangiert das Team von Trainer Viktor Skripnik als 14. nur noch zwei Zähler vor Hannover auf dem Relegationsrang 16. Überzeugend war Hannovers Sieg allerdings kaum. Beiden Teams war die Verunsicherung deutlich anzumerken, das Niveau des Spiels war schlecht.

Trotz der Pleitenserie der Gäste war Werder zunächst zwar spielbestimmend, vor dem Tor aber viel zu ungefährlich. Hannover spielte deutlich ängstlicher als die Gäste, das Zusammenspiel funktionierte kaum und ein Angriffsspiel fand nicht statt. Halbwegs gefährlich wurde es lediglich bei Standards oder durch Zufälle, wie nach einer guten halben Stunde, als Leon Andreasen der Ball vor der Füße fiel. Der Däne schloss aus kurzer Distanz direkt ab, doch Werder-Keeper Felix Wiedwald hielt stark. Bezeichnend war, dass auch Sanés Siegtreffer nach einer Ecke fiel.

Bis zur Führung war ansonsten kaum ein positiver Aspekt des Kurz-Trainingslagers der Hannoveraner vor dem brisanten Duell zu erkennen. 96-Coach Frontzeck hatte sich mit seinem Team einige Tage nach Harsewinkel zurückgezogen - wie schon vor dem entscheidenden 2:1-Sieg zum Klassenverbleib der Niedersachsen am letzten Spieltag der vergangenen Saison gegen Freiburg. Spielerische Fortschritte oder Selbstvertrauen nach dem überraschenden 1:1 beim VfL Wolfsburg in der Vorwoche erarbeitete sich das Frontzeck-Team aber nicht.

Erst nach dem 1:0 wurde 96 auch zur Freude des neuen Geschäftsführers Martin Bader auf der Tribüne mutiger. Angesichts der Bremer Harmlosigkeit gelang es Hannover zuvor bereits, erstmals in dieser Saison ohne einen Rückstand in die Pause zu gehen. Die Gäste wirkten zwar fußballerisch besser, erspielten sich allerdings zu wenige Chancen.

Erst in der zweiten Halbzeit kamen die Gäste zu Möglichkeiten. Zumeist rettete aber der diesmal nicht in die Nationalelf berufene 96-Keeper Ron-Robert Zieler für Hannover. Die Gastgeber verpassten es in der Schlussphase, den Sieg frühzeitig klar zu machen. Die besten Möglichkeiten vergaben der eingewechselte Mevlüt Erdinc (78.) und Kenan Karaman (86.).

VfB schafft 2:2 in Hoffenheim

Joker Jan Kliment und Tim Werner haben dem VfB Stuttgart im baden-württembergischen Derby bei 1899 Hoffenheim einen glücklichen Punkt beschert. Der Tscheche traf beim 2:2 (0:1) der kriselnden Schwaben in der Fußball-Bundesliga mit einem Kopfballtor nur eine Minute nach seiner Einwechslung (64.). Werner glich in der Schlussminute erneut aus. Vor 30 150 Zuschauern in der ausverkauften Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena hatte Nationalspieler Kevin Volland die Nordbadener am Samstag mit einem verwandelten Foulelfmeter (33.) und einem Tor in der 77. Minute zweimal in Führung gebracht. Beide Teams verpassten dadurch erhofften zweiten Saisonsieg.

VfB-Trainer Alexander Zorniger kann nach diesem Teilerfolg und trotz des Abrutschens auf den letzten Tabellenplatz dennoch erstmal etwas durchatmen. Der 47-Jährige hatte noch am Donnerstag noch auf den Tisch hämmernd erklärt: „Ich will Spiele gewinnen, ich will auf Teufel komm raus Spiele gewinnen!“ Erzwingen konnte er es aber auch diesmal nicht.

In dem verletzten Kapitän Christian Gentner, Filip Kostic und kurzfristig auch Daniel Ginzcek hatte der VfB allerdings gleich drei hochkarätige Ausfälle zu verkraften. Torjäger Ginzcek erwischte es gar mit einem Bandscheibenvorfall. „Er hat eine Verletzung im Halswirbelbereich. Das bedeutet wahrscheinlich, dass er bis zum Ende der Hinrunde ausfallen wird. Das war gestern Abend schon ein Schock für uns“, klagte Zorniger im Sky-Interview.

Bei Hoffenheim konnte der angeschlagene chilenische Stürmer Eduardo Vargas doch auflaufen, so blieb dem Ex-Stuttgarter Kevin Kuranyi bis zur 69. Minute nur der Platz auf der Bank. Vargas sorgte von Anfang an für viel Alarm. So feuerte Ermin Bicakcic nach einem Zuspiel des Neuzugangs gleich nach vier Minuten den Ball an den Außenpfosten.

Die Stuttgarter hatten von Beginn an große Mühe im Spielaufbau, wo sich vor allem Daniel Didavi bemühte, die Fäden zu ziehen. Die Nummer 10 des VfB hatte in 1899-Kapitän Pirmin Schwegler allerdings einen hartnäckigen Bewacher.

Mit einem Elfmeter gingen dann die überlegenen Nordbadener in Führung: Toni Sunjic brachte Schwegler im Strafraum zu Fall - Volland verwandelte zum 1:0. Vargas hätte in der 38. Minute beinahe auf 2:0 erhöht: Einen feinen Heber des Angreifers erwischte der 1,94 Meter große VfB-Keeper Przemyslaw Tyton gerade noch mit den Fingerspitzen und lenkte ihn ans Aluminium. Didavis Kopfball kurz darauf war eine der ganz wenigen Chancen der Stuttgarter im ersten Durchgang.

Auch nach der Pause waren die Gäste zunächst in der Rückwärtsbewegung - und hatten Glück: Volland, Jonathan Schmid und Vargas ballerten direkt hintereinander aufs VfB-Tor, jedes Mal war ein Bein der Stuttgarter im Weg (50.). Auf der Gegenseite scheiterte gleich darauf Werner aus kurzer Entfernung an Baumann.

Jetzt war endlich Feuer im Derby, der VfB bäumte sich auf. Mit gleich drei Neuen - Daniel Schwaab, Arianit Ferati und Jan Kliment - versuchte Zorniger noch die Wende - und bewies ein gutes Händchen: Kliment köpfte nur eine Minute nach seiner Einwechselung zum Ausgleich. Doch nach einem weiten Abwurf von Baumann und einem Pass von Vargas düpierte Volland im zweiten Anlauf Tyton und drehte nach seinem fünften Saisontreffer jubelnd ab. Doch Werner schockte dann die Hoffenheimer noch einmal in der 90. Minute.

Ingolstadt feiert ersten Heimsieg

Kunstschütze Pascal Groß und Joker Stefan Lex haben dem furiosen Neuling FC Ingolstadt den umjubelten ersten Heimsieg in der Fußball-Bundesliga beschert. Die Oberbayern besiegten am Samstag nach einem langen Anlauf eine enttäuschende Frankfurter Frankfurt verdient mit 2:0 (0:0). Mittelfeldspieler Groß erzielte in der 78. Minute den Premieren-Treffer für den FCI im eigenen Stadion. Lex erhöhte vor 15 000 Zuschauern in der 84. Minute auf 2:0.

Mit 14 Punkten aus acht Spielen setzten sich die erstaunlich starken Oberbayern in der oberen Tabellenhälfte fest. Frankfurt dagegen versinkt nach der dritten Saisonniederlage im Mittelmaß.

Nach 270 torlosen Heimminuten ging Ingolstadts Trainer Ralph Hasenhüttl mit der Sehnsucht ins vierte Spiel im Sportpark, dass endlich mal ein Ball „reinflutscht“. Doch auch gegen Frankfurt verpufften die Offensivbemühungen lange - bis Groß den Bann brach: Aus über 20 Metern zog er mit links ab, vom Innenpfosten prallte der Ball ins Tor. Nach 348 Heimminuten konnten die FCI-Fans endlich jubeln. Lex legte nur wenig später nach, als Eintracht-Torhüter Lukas Hradacky außerhalb des Strafraums den Ball verfehlte und der FC-Angreifer den Ball ins leere Tor schießen konnte.

Die Oberbayern agierten insgesamt engagierter. Die einzige zwingende Möglichkeit der ersten Hälfte verstolperte Moritz Hartmann nach feinem Zuspiel von Lukas Hinterseer überhastet im Strafraum (45.+1). Auch aus Eckbällen und Freistößen kontnen die Gastgeber kein Kapital schlagen in einer Begegnung, in der auf beiden Seite vieles Stückwerk blieb.

Die Eintracht wirkte zwar reifer in der Spielanlage, aber behäbig. Die Zielstrebigkeit ging den Hessen völlig ab. Nur einmal wurde es im Ansatz gefährlich, als Alex Meier in den Strafraum eindrang, aber der aufmerksame Ingolstädter Schlussmann Ramazan Özcan die Situation klären konnte (28.). Viel Kampf, viel Krampf - mehr gab’s nicht.

Ingolstadt kehrte nach der Pause mit Romain Brègerie für den offenbar angeschlagenen Roger im Mittelfeld zurück auf den Platz. Und der Aufsteiger entfachte plötzlich Druck. Nach einem Freistoß von Groß köpfte Benjamin Hübner vorbei (50.). Bundesliga-Debütant Max Christiansen prüfte Eintracht-Torwart Hradecky mit einem allerdings zu zentral angesetzten Schuss (52.). Auf der Gegenseite war Stefan Aigner der einzige Unruheherd. FCI-Kapitän Marvin Matip blockte einen Schuss des Eintracht-Angreifers erfolgreich ab (63.).

Die Präzision im Kombinationsspiel fehlte beiden Mannschaften weiterhin, weshalb die Abwehrreihen das Geschehen kontrollieren konnten. Die glasklare Chance gab es auf Eintracht-Seite nicht: Meier zielte mit einem Volleyschuss etwas zu hoch (72.), Aigner köpfte ebenfalls drüber (73.). Danach schlugen dann Groß und Lex zu.