Feldhockey

Ein Nationaltrainer für den Harvestehuder THC

Tomasz Laskowski,
43, wechselt zur
neuen Saison als
Cheftrainer zu den
Hockeydamen des
HTHC

Tomasz Laskowski, 43, wechselt zur neuen Saison als Cheftrainer zu den Hockeydamen des HTHC

Foto: Frank Uijlenbroek

Österreichs Herren-Teamchef Tomasz Laskowski übernimmt Bundesligadamen des Hamburger Clubs. Der Vertrag Laskowskis ist unbefristet.

Hamburg. Wie schön es wäre, auf einer Endrunde um die deutsche Feldhockey-Meisterschaft mit Damen und Herren vertreten zu sein, das wurde Cito Aufenacker am vergangenen Sonntag bewusst. Auf dem Universitäts-Sportplatz am Turmweg war der Präsident des Harvestehuder THC interessierter Zuschauer, als die Damen des Lokalrivalen Uhlenhorster HC den Titel gewannen und die UHC-Herren, die im Halbfinale seinen HTHC gestoppt hatten, im Endspiel scheiterten.

Um mittelfristig nicht nur als Zuschauer, sondern als Beteiligter mitfiebern zu können, rüstet Aufenacker zur kommenden Saison die in dieser Spielzeit nur mit einem Punkt Vorsprung dem Abstieg in die Zweite Bundesliga entronnenen Damen auf der Cheftrainerposition auf. Der Neuzugang, der den aus beruflichen Gründen zurückgetretenen André Otten ersetzt, hat es in sich. Nach wochenlangen Verhandlungen ist es Aufenacker gelungen, Österreichs Herren-Nationaltrainer Tomasz „Tomek“ Laskowski von einem Wechsel nach Hamburg zu überzeugen.

Der Kontakt zu dem gebürtigen Polen, der für die Nationalteams Polens und Österreichs spielte, kam zustande, weil mit Benjamin Stanzl, Michael Körper und Xaver Hasun Österreichs aktuelle Topspieler für den HTHC auflaufen. „Die Jungs sind von Tomeks Arbeitsweise total überzeugt, deshalb gehen wir mit ihm überhaupt kein Risiko ein, weil wir genau wissen, was wir bekommen“, sagt Aufenacker.

Laskowski, der von 2000 an elf Jahre hauptamtlich für den SV Arminen in Wien arbeitete, danach drei Jahre sportlicher Leiter beim Post SV Wien war, seit 2012 Österreichs Herren trainiert und mit diesen im Februar Vizeweltmeister in der Halle wurde, wird zunächst in Doppelfunktion weiter für den österreichischen Verband (ÖHV) arbeiten, bis dort ein adäquater Nachfolger gefunden ist. Dieses Zugeständnis war für ÖHV-Präsident Walter Kapounek Bedingung, um die Freigabe zu erteilen. „Dass ausländische Spitzenvereine an einem österreichischen Trainer interessiert sind, ist eine positive Entwicklung“, sagt Kapounek.

Der Vertrag Laskowskis mit dem HTHC ist unbefristet. „Wir haben zunächst einen Fünfjahresplan aufgestellt“, sagt Aufenacker. So lange soll es allerdings nicht dauern, bis die Damen endrundenreif sind. „In der ersten Saison wollen wir uns im Mittelfeld festigen, im dritten Jahr dann unter die Top vier.“ Diese Ziele teilt Laskowski bedingungslos. „Natürlich braucht man etwas Geduld, ich möchte aber, dass man schon in ein paar Monaten meine Handschrift erkennt“, sagt der 43-Jährige. Wie diese aussehen könnte, will er nach einer gründlichen Analyse des Istzustandes der Mannschaft festlegen. „Ich presse die Spielerinnen nicht in meine Vorstellungen, sondern entwickle sie ihren Fähigkeiten entsprechend.“

Dass sie sich auf viel Arbeit einstellen müssen, wissen die HTHC-Damen aber. Laskowski gilt als hart durchgreifender Disziplinfanatiker. „Ich bin ein strenger Trainer“, sagt er. Aufenacker ist dennoch überzeugt davon, dass der Neue in die familiäre Struktur des Clubs passen wird. „Von der Mentalität her ähnelt er unserem Herrentrainer Christoph Bechmann“, sagt der Präsident. Beide Coaches sollen auch die Ausbildung der eigenen Jugend maßgeblich prägen. Bechmann trainiert seit einigen Jahren die weibliche Jugend B und die Mädchen A, Laskowski übernimmt die Knaben A und die männliche Jugend B. So können sie gemeinsam daran arbeiten, Aufenackers Endrundenträume bei den Bundesliga- und Jugendteams zu realisieren.