Nachspiel

HSV, das war schon zweitklassig

Peter Wenig

Peter Wenig

Foto: HA / A.Laible

Das Remis im Relegations-Hinspiel bringt den HSV in eine bescheidene Ausgangslage. Nun bleibt nur die Hoffnung auf eine klare Leistungssteigerung.

Bewahrt erneut Fortuna den HSV vor dem bitteren Gang in die Zweite Liga? Vor allem dem Faktor Glück hatte es der HSV am Donnerstag im Volkspark zu verdanken, dass es noch eine reelle Chance auf den Klassenerhalt gibt. Die Ausgangsposition ist mit dem 1:1 zwar bescheiden, aber angesichts von zwei Lattentreffern hätten die Karlsruher (Marktwert des Kaders laut transfermarkt.de 16,33 Millionen Euro) dem Favoriten (70,55 Millionen Euro) schon am Donnerstag den Garaus machen können.

Wie im Zeitraffer zeigten sich in den 92 Minuten die beiden größten Probleme des HSV. Spielerisch ist das Team nicht konkurrenzfähig, völlig überfordert, selbst das Spiel zu machen. Und ein kleiner Rückschlag reicht, um die Spieler zu verunsichern. Bezeichnend, dass der HSV nach 0:1-Rückständen in dieser Spielzeit kein Spiel mehr zum Sieg drehen konnte.

Bruno Labbadia ist in dieser Hinsicht kein Vorwurf zu machen. Allein dem neuen Trainer ist zu verdanken, dass der HSV mit diesem wirr zusammengestellten Kader noch das Minimalziel Relegation erreichte. Bezeichnend für das Chaos beim Bundesliga-Dino ist, dass ausgerechnet Ivo Ilicevic, im Winter nicht einmal gut genug, um ins Trainingslager nach Dubai mitzufliegen, mit seinem Tor die Chance des HSV am Leben hielt.

Was bleibt, ist die Hoffnung auf eine klare Leistungssteigerung am Montag im Karlsruher Wildparkstadion. Zur Wahrheit gehört aber auch die Erkenntnis: Sportlich betrachtet hat sich dieser HSV den Abstieg mehr als verdient.