Sport

„Wenn Pep kommt, wischen wir noch mal durch“

Darmstadt 98 feiert den Durchmarsch von der Dritten Liga bis in die Bundesliga – Stadion am Böllenfalltor fasst nur 16.500 Zuschauer

Darmstadt. Horst Heldt vermied diesmal ein Bekenntnis zu Trainer Roberto Di Matteo. Nach der peinlichen 0:2-Niederlage des FC Schalke 04 beim HSV formulierte der Manager seine Sätze nur zaghaft. „Man muss jede einzelne Position hinterfragen. Das ist ganz klar. Alle, die sportlich verantwortlich sind, egal ob Trainer, Spieler oder Manager“, sagte Heldt: „Alles muss auf den Tisch, und dann werden wir Entscheidungen treffen.“ Die jubelnden Hamburger retteten sich in die Relegation, die bedröppelten Schalker rutschten in der Endtabelle der Fußball-Bundesliga auf den sechsten Platz ab.

Und das bedeutet auch noch: Schalke ist mit Blick auf den Start in der Europa League in der kommenden Saison von Borussia Dortmund abhängig. Gewinnt der Erzfeind das Pokalfinale am kommenden Samstag in Berlin, muss Schalke schon in der 3. Qualifikationsrunde einsteigen und auch noch die Playoffs überstehen. Verliert der BVB gegen den VfL Wolfsburg, ist Schalke für die Gruppenphase gesetzt.

Die lausige Bilanz von nur zwei Siegen aus den letzten zehn Meisterschaftsspielen hat die Gelsenkirchener dahingebracht. Torwart Ralf Fährmann sprach von einer „nicht schalke-würdigen Rückrunde“. Eine, in der die Knappen fünf Siege holten, sechs Mal remis spielten und ebenso oft verloren. In den ersten 17 Saisonspielen hatten noch acht Siege, drei Unentschieden, allerdings ebenfalls sechs Niederlagen zu Buche gestanden.

Die Wut der Fans bekamen die Spieler richtig zu spüren, nachdem in Hamburg der Schlusspfiff ertönt war. „Wir haben die Schnauze voll“ und „Scheiß-Millionäre“ brüllten sie den Schalker Profis entgegen. „Die Fans haben uns alles Mögliche um die Ohren gehauen. Sie wollen einfach sehen, dass wir kämpfen. Das ist hier eine Malocher-Mannschaft“, sagte Fährmann und räumte mit Blick auf den unrühmlichen finalen Auftritt beim HSV ein: „Das war riesengroße Scheiße von uns heute.“

Auf der Hinfahrt zur Arena in der S-Bahn tönten einige Schalker Fans noch: „Wir sind der Meteorit, der den Dino töten wird.“ Auch in der ersten Halbzeit erheiterte man sich am HSV-Leid, mit winkenden Taschentüchern und dem Spott-Song: „Nie mehr Erste Liga“. In der zweiten Spielhälfte nach dem Doppelschlag des HSV durch Ivica Olic (49. Minute) und Slobodan Rajkovic (58.) herrschte Ruhe im königsblauen Block. „Heute noch mal einen Platz tiefer zu fallen, ist ein großes Ärgernis“, sagte Heldt nach dem abermals seelenlosen Auftritt der Knappen. Da halfen weder die neuen schicken Auswärtstrikots („Dat neue Grüne“) noch Kult-Manager Rudi Assauer als Glücksbringer in der Imtech Arena.

Clemens Tönnies war gar nicht da. Auch gut eine halbe Stunde nach dem Abpfiff hatte Heldt nach eigenem Bekunden auch keinen Anruf oder eine SMS vom Club-Boss bekommen. Auf einem Banner bekam Tönnies aber ebenfalls die Fan-Wut ab: „CT: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Medienpräsenz einschränken.“

Und was sagte Di Matteo? „Wir beenden die Saison mit einem Tief und sind natürlich unzufrieden. Wenn der Wurm mal drin ist, fehlt das Selbstvertrauen vor dem Tor. Das kennzeichnet die zweite Hälfte der Saison“, meinte der Anfang Oktober geholte Heldt-Wunschtrainer. Der Italo-Schweizer, Champions-League-Sieger mit dem FC Chelsea 2012, scheint immer etwas zu nüchtern für das emotionale Schalke.

Heldt nannte keinen Zeitplan für die Krisengespräche, am Pfingstmontag will sich die Clubführung noch auf das Finale der U19-Meisterschaft gegen 1899 Hoffenheim konzentrieren. Die Mitgliederversammlung am 28. Juni wird so oder so ungemütlich.

Horst Heldt vermied diesmal ein Bekenntnis zu Trainer Roberto Di Matteo. Nach der peinlichen 0:2-Niederlage des FC Schalke 04 beim HSV formulierte der Manager seine Sätze nur zaghaft. „Man muss jede einzelne Position hinterfragen. Das ist ganz klar. Alle, die sportlich verantwortlich sind, egal ob Trainer, Spieler oder Manager“, sagte Heldt: „Alles muss auf den Tisch, und dann werden wir Entscheidungen treffen.“ Die jubelnden Hamburger retteten sich in die Relegation, die bedröppelten Schalker rutschten in der Endtabelle der Fußball-Bundesliga auf den sechsten Platz ab.

Und das bedeutet auch noch: Schalke ist mit Blick auf den Start in der Europa League in der kommenden Saison von Borussia Dortmund abhängig. Gewinnt der Erzfeind das Pokalfinale am kommenden Samstag in Berlin, muss Schalke schon in der 3. Qualifikationsrunde einsteigen und auch noch die Playoffs überstehen. Verliert der BVB gegen den VfL Wolfsburg, ist Schalke für die Gruppenphase gesetzt.

Die lausige Bilanz von nur zwei Siegen aus den letzten zehn Meisterschaftsspielen hat die Gelsenkirchener dahingebracht. Torwart Ralf Fährmann sprach von einer „nicht schalke-würdigen Rückrunde“. Eine, in der die Knappen fünf Siege holten, sechs Mal remis spielten und ebenso oft verloren. In den ersten 17 Saisonspielen hatten noch acht Siege, drei Unentschieden, allerdings ebenfalls sechs Niederlagen zu Buche gestanden.

Die Wut der Fans bekamen die Spieler richtig zu spüren, nachdem in Hamburg der Schlusspfiff ertönt war. „Wir haben die Schnauze voll“ und „Scheiß-Millionäre“ brüllten sie den Schalker Profis entgegen. „Die Fans haben uns alles Mögliche um die Ohren gehauen. Sie wollen einfach sehen, dass wir kämpfen. Das ist hier eine Malocher-Mannschaft“, sagte Fährmann und räumte mit Blick auf den unrühmlichen finalen Auftritt beim HSV ein: „Das war riesengroße Scheiße von uns heute.“

Auf der Hinfahrt zur Arena in der S-Bahn tönten einige Schalker Fans noch: „Wir sind der Meteorit, der den Dino töten wird.“ Auch in der ersten Halbzeit erheiterte man sich am HSV-Leid, mit winkenden Taschentüchern und dem Spott-Song: „Nie mehr Erste Liga“. In der zweiten Spielhälfte nach dem Doppelschlag des HSV durch Ivica Olic (49. Minute) und Slobodan Rajkovic (58.) herrschte Ruhe im königsblauen Block. „Heute noch mal einen Platz tiefer zu fallen, ist ein großes Ärgernis“, sagte Heldt nach dem abermals seelenlosen Auftritt der Knappen. Da halfen weder die neuen schicken Auswärtstrikots („Dat neue Grüne“) noch Kult-Manager Rudi Assauer als Glücksbringer in der Imtech Arena.

Clemens Tönnies war gar nicht da. Auch gut eine halbe Stunde nach dem Abpfiff hatte Heldt nach eigenem Bekunden auch keinen Anruf oder eine SMS vom Club-Boss bekommen. Auf einem Banner bekam Tönnies aber ebenfalls die Fan-Wut ab: „CT: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Medienpräsenz einschränken.“

Und was sagte Di Matteo? „Wir beenden die Saison mit einem Tief und sind natürlich unzufrieden. Wenn der Wurm mal drin ist, fehlt das Selbstvertrauen vor dem Tor. Das kennzeichnet die zweite Hälfte der Saison“, meinte der Anfang Oktober geholte Heldt-Wunschtrainer. Der Italo-Schweizer, Champions-League-Sieger mit dem FC Chelsea 2012, scheint immer etwas zu nüchtern für das emotionale Schalke.

Heldt nannte keinen Zeitplan für die Krisengespräche, am Pfingstmontag will sich die Clubführung noch auf das Finale der U19-Meisterschaft gegen 1899 Hoffenheim konzentrieren. Die Mitgliederversammlung am 28. Juni wird so oder so ungemütlich.

Mit ganz kleinen Augen und ohne Stimme stiegen die Darmstädter Aufstiegshelden am Montag in den Partyflieger nach Mallorca. Nach der sensationellen Saison, die mit dem Durchmarsch in die Fußball-Bundesliga endete, waren die knapp zwei Stunden in der Luft für die freudetrunkenen Profis die einzige Erholungspause. Erst die durchzechte Nacht im Ratskeller, dann Autokorso, Festakt im Rathaus und die nächste Sause mit den Fans – bei Darmstadt 98 und in der Stadt herrschte nach dem 1:0 gegen den FC St. Pauli Ausnahmezustand.

„Deutscher Meister wird nur der SVD“, grölte Club-Präsident Rüdiger Fritsch in Richtung der Tausenden Lilien-Fans auf dem Karolinenplatz, wo die große Aufstiegsparty stattfand. Die Spieler tanzten in ihren blauen „Uffsteiger“-Shirts und „sangen“ zurück: „Und schon wieder aufgestiegen SVD!“

Fritschs natürlich nicht ganz ernst gemeinte Ankündigung („Irgendwo wird es noch Pommes, Currywurst und ein alkoholfreies Bier geben“) war da längst hinfällig geworden. In der Sekunde des Abpfiffs hatten die Fans den Rasen gestürmt, Marco Sailer – auf dem Dach des Kabinengangs stehend – verpasste seinen Mitspielern mit einem Weizenglas die erste Bierdusche. In der Kabine wurde dann die längste Nacht des Jahres eingeläutet. Tobias Kempe hatte die Sensation mit seinem goldenen Tor perfekt gemacht. „Endlich triffste auch ma’ per Freistoß“, bekam der 25-Jährige im Kabinengang von seinen Mitspielern zu hören – vor der nächsten Bierdusche. „Wahrscheinlich werden wir erst merken, was passiert ist, wenn uns Arjen Robben nächste Saison sieben Knoten in die Beine gespielt hat“, sagte Florian Jungwirth.

Mit unbändigem Einsatz und starkem Tempofußball hatte sich das Team von Erfolgstrainer Dirk Schuster das dritte Wunder innerhalb von zwei Jahren redlich verdient. „Die Mannschaft war immer im roten Bereich, immer am Limit“, sagte der Coach: „Die Mannschaft hat allen Grund dazu, diese Leistungen gebührend zu feiern. Das ist einfach nur ein richtig geiles Gefühl.“

In der Saison 2012/13 waren die Lilien sportlich abgestiegen und nur wegen des Lizenzentzugs der Offenbacher Kickers in der Dritten Liga geblieben. Vergangene Saison entzauberten sie in der Relegation dann überraschend den damaligen Zweitligisten Bielefeld nach einem 1:3 im Hinspiel noch mit 4:2 nach Verlängerung. „Dass es so eine Erfolgsgeschichte oder Märchen, oder Wunder, oder was auch immer wird, konnte keiner absehen“, sagte Fritsch.

In der Sommerpause wartet auf den Club aber ein Kraftakt. So legendär und stimmungsvoll das Stadion am Böllenfalltor, das Platz für 16.500 Zuschauer bietet, auch sein mag, es ist vollkommen veraltet und braucht für Erstliga-Spiele dringend eine Generalüberholung. „Wir hatte im DFB-Pokal auch schon Mönchengladbach und Schalke zu Gast, das war schon Bundesliga-Atmosphäre“, sagte Fritsch: „Da hat sich auch keiner verletzt oder ist in der Kabine krank geworden. Um das Thema an den Bayern abzuarbeiten: Wenn der Pep kommt, werden wir noch einmal durchwischen.“

Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) übergab dem Aufsteiger einen Scheck des Landes in Höhe von 98.000 Euro: 50.000 für den neuen Rasentrainingsplatz und 48.000 für das Fanprojekt des Vereins. „Das ist eine tolle Serie“, sagte er. „Dritter in der Dritten Liga, Zweiter in der Zweiten Liga, danach wären die Lilien jetzt Bayern-Jäger“, fügte er hinzu. „Deutscher Meister wird nur der SVD“, stimmte die Mannschaft darauf an. „Wenn ihr uns noch mehr solche Geschenke macht, müssen wir noch ein paar Seiten einkleben“, sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) nach dem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt.

Wie Zweitliga-Meister FC Ingolstadt, für den die Bundesliga Neuland ist, wird auch in Darmstadt das einzige Ziel in der insgesamt dritten Erstliga-Spielzeit der Klassenverbleib sein. 1978/79 stiegen die Lilien als Tabellenletzter ab, 1981/82 als Vorletzter. Was HSV-Fans als gutes Omen für sich verbuchen dürften: Immer, wenn die „Lilien“ in der Bundesliga vertreten waren, wurde der HSV Meister ...