Eishockey

Peppi Heiß teilt ordentlich gegen die DEB-Spitze aus

"Die ärmste Sau": Bundestrainer Pat Cortina (oben links) standen bei der Eishockey-WM zahlreiche deutsche Nationalspieler nicht zur Verfügung

"Die ärmste Sau": Bundestrainer Pat Cortina (oben links) standen bei der Eishockey-WM zahlreiche deutsche Nationalspieler nicht zur Verfügung

Foto: Witters

Der ehemalige Nationalkeeper lässt kein gutes Haar an der Führung des Deutschen Eishockey-Bundes. Draisaitl bekommt Weltmeister-Coach.

Hamburg/München.  Der frühere Nationaltorwart Peppi Heiß übt scharfe Kritik an der Personalstruktur beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB). „Es gibt zu viele Funktionäre, die sind ewig dabei, aber die können es einfach nicht. Die wirst du aber ohne Abfindung nicht los“, sagte der 51-Jährige in der Münchner Abendzeitung. Das seien Hinterlassenschaften des alten Vorstands.

Um das deutsche Eishockey auf höchstem internationalen Niveau konkurrenzfähig zu machen, „müsste man den ganzen Laden von Grund auf umkrempeln“, sagte der 140-malige Nationalspieler, ergänzte jedoch: „Aber genau das wird nicht passieren.“ Grund dafür sei die finanzielle Not des DEB. „Da aufzuräumen wird schwierig für den neuen Präsidenten Franz Reindl“, sagte der Torwart-Trainer des ERC Ingolstadt.

Der aller Voraussicht nach scheidende Bundestrainer Pat Cortina sei dagegen bei der zurückliegenden WM wegen der zahlreichen Spielerabsagen „die ärmste Sau“ gewesen. „Du musst mit dem spielen, was du hast - und niemand will dauernd hören, wer alles nicht da ist. Das war für den Pat sicher sehr schwer“, sagte Heiß, und verlangte, die „Verweigerer“ künftig auszuschließen: „Wenn einer nicht einen mehr als triftigen Grund hat, ..., der soll sich schleichen. Und zwar für ewig!“

Draisaitl-Club holt Weltmeister-Coach

Derweil setzen die Edmonton Oilers, NHL-Team des deutschen Nationalspielers Leon Draisaitl, künftig auf Kanadas Weltmeistertrainer Todd McLellan. Der 46-Jährige soll noch in dieser Woche beim fünfmaligen Stanley-Cup-Sieger als neuer Headcoach vorgestellt werden. Dies berichten die Edmonton Sun, Sportsnet und TSN übereinstimmend.

Unter McLellan hatten die im Turnier ungeschlagenen Kanadier am Sonntag in Prag durch einen beeindruckenden 6:1-Sieg im Finale gegen Russland zum 25. Mal WM-Gold geholt. Der ehemalige Profi McLellan war in der NHL seit 2008 Trainer der San Jose Sharks, einigte sich im Frühjahr nach dem Verpassen der Play-offs mit dem Klub aber auf eine Trennung.

Die Oilers hatten im Dezember Cheftrainer Dallas Eakins gefeuert, durch Todd Nelson ersetzt und die Saison auf dem drittletzten Platz beendet. Nun sieht alles danach aus, dass sich Draisaitl (19) bei McLellan empfehlen muss, um in den NHL-Kader zurückzukehren. Der gebürtige Kölner war Anfang des Jahres nach 37 Einsätzen für Edmonton an die Kelowna Rockets abgegeben worden und hatte mit dem Juniorenteam den WHL-Titel geholt. (sid)