Hamburger Laufevent

Marathon-Chef will mehr Ausländer werben

Frank Thaleiser, 49, organisiert den Haspa Marathon seit Herbst 2011

Frank Thaleiser, 49, organisiert den Haspa Marathon seit Herbst 2011

Foto: Witters

Frank Thaleiser hofft auf höhere Bekanntheit Hamburgs durch die Olympiabewerbung. Vor allem in Skandinavien sieht er Potenzial.

Hamburg. Als Frank Thaleiser, 49, der Geschäftsführer des Haspa Marathons, am Montagmittag auf die Veranstaltung des Vortages zurückblickte, waren diese trüben Gedanken wieder verschwunden, die ihm direkt nach dem Jubiläumsrennen, dem 30. durch Hamburg, noch befallen hatten. „Zehn Monate lang hatte ich während der Vorbereitungen Bilder im Kopf, Bilder voller Sonnenschein, Rekorden auf und an der Strecke. Und dann regnet es das erste Mal in 30 Jahren. Das kann einem schon die Laune verhageln.“

Mit einem gewissen Abstand sah Thaleiser bei seiner Analyse klarer: „Organisatorisch gab es keine größeren Probleme, 23 der 47 Spitzenläufer bei Frauen und Männern haben ihre persönliche Bestzeiten unterboten, die Stimmung an der Strecke war trotz des Wetters an den Hotspots wieder hervorragend, und 14.740 Finisher sind ein respektables Ergebnis.“ Der Rekord wurde vor zehn Jahren aufgestellt: 17.502. Rechnet man dieses Mal die 6000 Staffelläufer dazu, wären es sogar 20.740, die ihr Rennen beendet haben.

Thaleiser sieht keinen Grund zu radikalen Änderungen. Das Athletenbudget, 320.000 Euro, je 160.000 Euro Prämien und Antrittsgelder, für die Hamburger Olympiabewerbung mithilfe der Stadt in den nächsten Jahren stark zu erhöhen, lehnt er ab: „Das sind Ein- oder Zweimaleffekte, die machen langfristig mehr kaputt, als dass sie nützen.“ Mit Athletenmanager Jos Hermens will er weiter auf unentdeckte Begabungen setzen wie den Hamburger Rekordhalter Eliud Kipchoge, 30, aus Kenia, der Sonntag den London-Marathon gewann und inzwischen zu den Topstars der Szene gehört. Kipchoge kassierte in London allein 300.000 Euro Antrittsgeld. 2013 hatte in Hamburg sein Marathon-Debüt gegeben.

„Hamburg ist nicht bekannt genug“

Potenzial sieht der Marathon-Chef bei der Akquise ausländischer Teilnehmer – vor allem aus dem skandinavischen Raum. Diesmal reisten 4500 Starter aus dem Ausland an, 900 mehr als im Vorjahr. Mit 2500 Läufern stellten die Dänen einmal mehr das Hauptkontingent. „Es würde uns helfen, wenn uns Hamburg Marketing stärker bei Tourismusmessen einbindet.“ Hamburg sei einfach nicht bekannt genug, sagt Thaleiser, „im Ausland wissen viele nichts von der Schönheit und den Möglichkeiten dieser Stadt“. Die Olympiakampagne könnte diese Defizite abbauen. Ziel bleibt auch für das nächste Jahr 20.000 Anmeldungen (2015: 19.500). Der 31. Hamburger Marathon wird am 17. April 2016 gelaufen.