Viererturnier

„Sleepy“ Lohner: Kickboxer auf dem Weg zur Weltspitze

Kickboxer Maurice Lohner (l.) und sein
Manager Ralf Stege

Kickboxer Maurice Lohner (l.) und sein Manager Ralf Stege

Foto: Bertold Fabricius

Maurice Lohner trifft im Halbfinale über dreimal drei Runden auf den Chinesen Yang Zhuo, der auf den Spitznamen „The Bomb“ hört.

Hamburg. Dass ein Magen-Darm-Infekt nicht die optimale Vorbereitung auf die größte Herausforderung der Karriere darstellt, leuchtet wohl jedem ein, der die Auswirkungen von Durchfall auf die Gesamtkonstitution kennt. Maurice Lohner macht sich trotzdem keinen Kopf um seinen Fitnesszustand. Zum einen, weil der Kickboxer mit seinem Coach Axel Bösselmann grundsätzlich so hart trainiert, dass ihn eine mehrtägige Pause nicht aus der Bahn wirft. Zum anderen, weil er ein Mensch ist, der sich selten einen Kopf macht. „Maurice bringt eine Coolness mit, bei der ich mich oft frage, wo er sie hernimmt“, sagt Manager Ralf Stege.

Der Inhaber der Kampfsportschule Siamstore hat deshalb auch trotz der durch die Krankheit unterbrochenen Trainingsphase keine Bedenken, den 19-Jährigen aus dem Norderstedter X-ess-Team­ an diesem Sonnabend (19 Uhr, Sporthalle Wandsbek) in ein hochkarätiges Viererturnier zu schicken. Neben dem WM-Kampf des Hamburger Polizeikommissars Dima Weimer gegen Danijel Solaja (Oberhausen) ist dieses Turnier in der Klasse bis 67 kg der Höhepunkt der von Stege zur weltweit beachteten Serie ausgebauten Veranstaltungsreihe „Day of Destruction“.

Lohner, der im X-ess-Gym zum Sport- und Fitnesskaufmann ausgebildet wird, trifft im Halbfinale über dreimal drei Runden auf den Chinesen Yang Zhuo, der auf den putzigen Spitznamen „The Bomb“ hört. Um die chinesische Bombe zu entschärfen und im Turnierfinale am selben Abend den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen Hamburgs Kevin Burmester und dem Chinesen Lu Jianbo herausfordern zu dürfen, muss der 175 cm große Athlet seinen eigenen Kampfnamen ad absurdum führen. „Sleepy“ nennen sie ihn in Anlehnung an seine Schwäche, die erste Runde zu verschlafen.

Gelingt es dem in bislang 22 Kämpfen 16-mal siegreichen Norderstedter, der noch nie ein Turnier gekämpft hat, diese Verträumtheit abzustellen, dann stehen ihm, wenn man Stege glauben darf, die Wege in die Weltspitze des K1 offen. „Maurice bringt alles mit, was ein Topkämpfer braucht, Disziplin, Fleiß und Bewegungstalent. Außerdem hat er das, was vielen anderen fehlt: Die Gabe, über seine Grenzen zu gehen und auf Knopfdruck seine Fähigkeiten abzurufen“, sagt der Manager. Lohners Ziel ist es, sich im K1-Mekka China einen Namen zu machen. Das könnte mit einem Turniersieg gelingen. Die Hamburger Veranstaltung wird in drei 45-Minuten-Sendungen im nationalen TV-Sender Henan übertragen.