Hamburg

Was wird aus Jean-Pierre Richter?

Hamburg. Es war die Nachricht der Woche in der Amateurfußballszene: Oberligist Süderelbe schied trotz eines 11:2-Kantersieges bei Kreisligist Billstedt-Horn im Oddset-Pokalviertelfinale aus. Dejan Sekac, beim Stand von 7:1 eingewechselt, war bereits in der Hinrunde im Holsten-Pokal für Curslack II am Ball – und somit nicht spielberechtigt. Billstedt-Horn legte Protest ein und siegte am Grünen Tisch mit 3:0. „Dagegen werden wir von unserer Seite keinen Einspruch einlegen“, sagte Süderelbes Manager Matthias Nehls. „Wir betrachten uns als ausgeschieden“, erklärte Trainer Richter.

Im Umgang mit ihrem Fehler zeigten die Protagonisten gegenüber Billstedt-Horn Größe. Sie karteten nicht nach. Das Team antwortete stark mit einem 2:1 im Oberligaspiel gegen Halstenbek. Doch hinter den Kulissen in Süderelbe brodelt es. Richter stößt auf, wie Nehls den Fehler öffentlich dargestellt habe. „Wenn ich lese, mir sei ein verzeihlicher Wechselfehler unterlaufe, gefällt mir das nicht. Es war ein formaler Fehler, kein Wechselfehler. Wir sollten alle dazu stehen“, sagte Richter.

Der talentierte 28-jährige Erfolgscoach, in der fünften Saison bei Süderelbe, ist das Trainer-Wunderkind der Szene. An Oberligaaufstieg und Klassenerhalt hat er riesigen Anteil, ist momentan aber unglücklich ob der schleppenden Vertragsverhandlungen. „Ich bin enttäuscht, dass mit mir noch nicht verlängert wurde. Der Trainer müsste die erste Priorität sein“, erklärte Richter. „Ich würde sehr gerne bleiben, aber ich bin nicht mit Süderelbe verheiratet. Ich habe noch andere Optionen und mache sicher kein Sabbatjahr wie Thomas Tuchel.“ Manager Nehls zeigte sich verschnupft über Richters Aussagen. Eine Entscheidung werde am 17. April auf der Mitgliederversammlung bekannt gegeben. „Das ist unser mit Jean-Pierre abgestimmter Zeitplan. Vorher kommentiere ich nichts“, sagte Nehls. Am kommenden Freitag sind also alle schlauer. So oder so.