Wie der Hamburger Schachklub um die Bundesliga kämpft

Hamburg. Der Hamburger Schachklub von 1830 (HSK) ist einer von zwei Dinos der Bundesliga, die 1975 erst viergleisig, dann von 1980 an eingleisig ihren Spielbetrieb aufnahm. Auf den zweiten, den mehrmaligen Europapokalsieger SG Solingen, treffen die Hamburger am Sonntag. Im Gegensatz zu den Solingern (5.) ist der HSK als Tabellenelfter einmal mehr in ernster Abstiegsgefahr. Und das hat einen einfachen Grund: Während die meisten Clubs der höchsten deutschen Spielklasse, die als beste Schachliga der Welt gilt, auf Mäzene und Sponsoren setzen können, muss der HSK (Etat: rund 30.000 Euro) die Honorare für seine in- und ausländischen Großmeister jede Saison aufs Neue selbst verdienen.

Das macht der Verein, indem er in Einkaufszentren Schachwochen veranstaltet. So gastiert der HSK vom 21. bis 28. Februar im Harburger Phoenix-Center. Der Internationale Meister Jonathan Carlstedt moderiert die Veranstaltung. „Es ist ein mühsames Geschäft geworden“, klagt der langjährige Vereinsvorsitzende Christian Zickelbein, 77. Seinem unermüdlichen Einsatz ist es jedoch zu verdanken, dass der HSK bislang stets die Klasse halten konnte. Die traditionell gute Jugendarbeit trägt ebenfalls dazu bei, dass die Kosten im Rahmen bleiben. Das Problem: Die besten Spieler erliegen irgendwann den Verlockungen der zahlungskräftigeren Vereine. Bislang hat sich der HSK davon nicht mattsetzen lassen.

Schach-Bundesliga, 10. und 11. Runde: Sonnabend, 14 Uhr: Hamburger SK – SV Mülheim Nord, SSC Rostock – SG Solingen; Sonntag, 10 Uhr: Mülheim – Rostock, Solingen – Hamburg; Spielort: Kasino der Signal Iduna, Kapstadtring 8 (City Nord).