Aurubis-Coach Sauermann spricht erstmals über seine Erkrankung

Hamburg. Während der Zeit seiner Krankschreibung galt beim Volleyballteam Aurubis Stillschweigen über die Gründe des Ausfalls von Cheftrainer Dirk Sauermann. Die Privatsphäre des 39-Jährigen sollte geschützt, die Genesung nicht durch ständige Nachfragen behindert werden. Seit vergangenem Mittwoch ist Sauermann, der seit dem 8. Dezember ausgefallen war, wieder zurück bei seinen Bundesligafrauen. Um Entwarnung zu geben, aber auch, um die teilweise respektlosen Spekulationen um seinen Gesundheitszustand zu beenden, hat der Diplomtrainer sich dazu entschlossen, die Art seiner Erkrankung öffentlich zu machen.

Ende November hatte er in seiner Wohnung einen Black-out erlitten. „Es hat sich nicht angekündigt. Auf einmal lag ich auf dem Boden und wusste nicht, wie ich dorthin gekommen war“, sagt er. Nur wenige Sekunden dauerte dieser Kreislaufzusammenbruch, den Mediziner als Synkope bezeichnen. Nachdem ihm dies in den darauffolgenden Tagen noch dreimal passierte, zog Sauermann die Notbremse. „Die Krankschreibung auf unbestimmte Zeit war notwendig, damit die Ärzte die umfangreichen Untersuchungen durchführen konnten, ohne dass die Gefahr bestand, dass ich im Training oder gar im Spiel die Kontrolle verliere“, sagt der Coach.

In den Wochen vor Weihnachten wurde er umfassend untersucht, um Erkrankungen an Herz, Hirn oder anderen Organen auszuschließen. Den Grund für die Zusammenbrüche fanden die Ärzte schließlich in einer chronischen Magenschleimhautentzündung, die Sauermann seit Jahren mit frei verkäuflichen Medikamenten unterdrückt hatte. „Der ständige Entzündungsherd hat zu den kurzfristigen Blutdruckabfällen geführt“, sagt er. Mit spezieller Arznei wurde die Gastritis so weit kuriert, dass der Trainer nun wieder vollständig belastbar ist. „Ich stehe unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle, um abzusichern, dass alles normal läuft. Aber ich muss nur noch bei Bedarf Medikamente nehmen“, sagt er.

Die angesichts der langen Ausfallzeit glücklicherweise unspektakuläre Diagnose hat Sauermann vor allem erleichtert. „Besonders belastend war die Phase, in der niemand wusste, warum die Zusammenbrüche passierten. Da habe ich mir schon Sorgen um die Zukunft gemacht. Mental war das sehr belastend, umso glücklicher bin ich, dass ich wieder voll belastbar bin“, sagt er.

Wie wichtig seine Rückkehr für die Mannschaft ist, zeigte sich am Mittwochabend beim Gastspiel in Münster, das Aurubis nach 0:2-Satzrückstand noch 3:2 gewann und damit einen enorm wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt machte. Bei seinem Comeback am vergangenen Sonnabend, das gegen Vilsbiburg mit 0:3 verloren ging, hatte Sauermann den fehlenden Rhythmus im Spiel beklagt. „Den haben wir in Münster im vierten Satz wiedergefunden“, sagt er.