HTHC-Hockeyherren starten mit Doppelsieg in die Hallensaison

Hamburg. Dass im roten Trikot nicht der Torhüter steckte, dessen Name auf dem Rücken zu lesen war, das wurde spätestens klar, als die Feldspieler in den schwarz-gelben Hemden ihm die Kunststoffkugeln um die Ohren schossen. Hockey ist ein Amateursport, das sieht man an sympathischen Details wie jenem Trikottausch zum Auftakt der Hallenbundesligasaison 2014/15 in der Partie des Harvestehuder THC gegen den THK Rissen. Weil Gästetorhüter Hendrik Sievers nur ein schwarzes Hemd zur Verfügung hatte, die Gastgeber aber in schwarzem Oberteil anzutreten gedachten, lieh HTHC-Keeper Tobias Walter, der in Blau auflief, seinem Gegenüber sein rotes Ausweichshirt. Es freute sich Trikotsponsor SLGH, der damit auch im Rissener Tor zur Geltung kam. Dass beim HTHC die Torhüter einen anderen Sponsorennamen auf der Brust tragen als die Feldspieler (König-Pilsener), ist eine weitere kuriose Randerscheinung.

Professionell war dagegen, dass sich die Mannschaft von Cheftrainer Christoph Bechmann gegen die Underdogs aus Rissen keine Blöße gab und die Partie humorlos mit 13:3 (9:0) gewann. Die erste Halbzeit spiegelte die Kräfteverhältnisse angemessen wider, den Spannungsverlust in der zweiten Hälfte verbuchte Bechmann als lässlich, zumal sein Team am Sonntag beim 11:2 (3:1) in Großflottbek wieder konzentriert zu Werke ging und sich die Tabellenführung sicherte. Mann des Wochenendes war Daniel von Drachenfels, der insgesamt neun der 24 Tore beisteuerte.

Hinter dem HTHC reihen sich wie erwartet der Club an der Alster und der Uhlenhorster HC ein, die sich am Freitagabend im Saisoneröffnungsspiel 4:4 getrennt hatten. Alster ließ dem leistungsgerechten Remis am Sonntag einen 9:2-Sieg in Rissen folgen, während sich der UHC am Sonnabend gegen den starken Aufsteiger Klipper THC beim 7:5 mehr abrackern musste. Klipper hatte am Freitag mit einem 9:5 über Großflottbek aufhorchen lassen. Rissens Trainer Kai Britze hat den Nachbarn aus dem Westen deshalb auch als ärgsten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt auf der Rechnung. „Die Spiele, die wir gewinnen müssen, sind die gegen Flottbek“, sagte er. Dann wird sein Torhüter auch wieder sein eigenes Hemd tragen dürfen.