Mönchengladbach

Umstrittener Elfmeter löst Diskussion um Handspiel aus

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Nach dem Handelfmeter von gegen Borussia Mönchengladbach diskutieren Trainer und Spieler über die umstrittene Regelung. Mönchengladbachs Trainer spricht von einem Skandal.

Mönchengladbach. Der sonst so brave Herr Favre war stinksauer. „Für mich ist das absurd, ein Skandal. Wer diese Regel erfunden hat, hat nie in seinem Leben Fußball gespielt“, schimpfte der Trainer von Borussia Mönchengladbach.

Was den sonst so besonnenen Schweizer auf die Palme gebracht hatte, war der Elfmeter gegen seine Mannschaft beim 1:1 (1:1) gegen Mainz 05. Aus kurzer Distanz war der Ball an die Hand von Julian Korb geflogen, Schiedsrichter Manuel Gräfe zeigte auf den Punkt. „Ich habe den vierten Offiziellen in der Pause gefragt, was da los war“, verriet Korb nach dem Spiel: „Er sagte zu mir: Wenn der Arm nach hinten wegspringt, ist es kein Elfmeter. So aber schon. Ich verstehe diese Logik nicht.“

Mit seiner Meinung war Korb nicht allein. Das Kopfschütteln galt allerdings weniger dem Unparteiischen als dem umstrittenen Regelwerk. „Der Schiedsrichter ist bei der jetzigen Regel das ärmste Schwein. Ich möchte da kein Referee sein“, sagte sogar Mainz-Manager Christian Heidel: „Das mit der Körperfläche kann ich nicht mehr hören. Als Kind habe ich gelernt: Wenn die Hand zum Ball geht, ist es Hand, ansonsten angeschossen. Da diskutieren wir wahrscheinlich in zehn Jahren noch drüber.“

Reflex oder Absicht? Hand oder nicht? Eine Lösung ist in der Tat nicht in Sicht. Seit 2012 sollen die Unparteiischen verstärkt darauf achten, ob ein Spieler „seine Körperfläche vergrößert“. Doch was auf dem Papier so einfach klingt, erweist sich in der Praxis als problematisch. Selbst in der Zeitlupe lässt sich oft nicht klären, ob die eigene Fläche nun wie auch immer vergrößert wurde oder eben nicht.

Bestes Beispiel ist die Szene mit Gladbachs Korb. „Wenn ich den Ball aus fünf Metern ins Gesicht bekommen kann, ist es doch klar, dass ich den Körper anspanne. Deswegen ist das doch keine Absicht. Wenn ich den Arm anbinden soll, kann ich das gerne machen“, sagte der Rechtsverteidiger. Nationalspieler Max Kruse sprang ihm zur Seite: „Wenn dir aus fünf Metern der Ball entgegenkommt, kannst du nicht wie ein nasser Sack dastehen.“

Die Häufung von Handelfmetern ist dennoch auffällig, die Borussia hatte es schon vor drei Wochen gegen Schalke erwischt. Dabei klingen die Vorgaben eigentlich einfach. Laut FIFA-Regeln liegt ein Handspiel vor, „wenn ein Spieler den Ball mit seiner Hand oder seinem Arm absichtlich berührt“. Doch die Schiedsrichter müssen zusätzlich die Bewegung der Hand zum Ball, die Entfernung zwischen Gegner und Ball und die Position der Hand bewerten. Das macht die Sache unübersichtlich.

Der Borussia half das alles nicht, am Ende hatte Mainz ohne richtige Chance einen Punkt aus Mönchengladbach entführt, da Jonas Hofmann mit dem Handelfmeter (31.) den Rückstand durch Max Kruse (15.) ausglich. „Bis auf den Elfmeter haben wir nichts zugelassen, deswegen ist das ärgerlich“, sagte Korb und ging in die Kabine. Die große Schimpfkanonade überließ er lieber seinem Trainer.

( (HA/sid) )

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