HSV bangt um Lizenz, Balingen bleibt erstklassig

Hamburg. An diesem Dienstag beginnt offiziell die neue Handball-Bundesligasaison, doch für den HSV Hamburg könnte der 1. Juli nach zwölf Jahren das Ende der Erstklassigkeit markieren. Bis 17 Uhr hat der Verein Zeit, eine schriftliche Zusage über fast fünf Millionen Euro vorzulegen. Das war die Bedingung, unter der das Schiedsgericht vergangene Woche dem HSV eine Lizenz zugesprochen hatte. Sie war dem letztjährigen Champions-League-Sieger in den ersten beiden Instanzen noch verweigert worden.

Die Lizenzierungskommission will unverzüglich über die eingereichten Unterlagen beraten, mit einer Entscheidung wird bis 18.30 Uhr gerechnet. Da in der Kürze der Zeit keine Bankgarantien oder neuen Sponsoringverträge zu beschaffen waren, würde dem HSV eine Patronatserklärung seines früheren Präsidenten und Mäzens Andreas Rudolph genügen. Ein entsprechender Passus soll sich in der Schiedsgerichtsentscheidung finden.

Allerdings ließ Rudolph wenig Lust erkennen, sich noch einmal für den HSV zu engagieren. Dazu wäre er wohl nur unter bestimmten Voraussetzungen bereit. Eine davon ist angeblich, dass sich der Verein von Trainer Martin Schwalb trennt. Dessen Verhältnis zum Medizinunternehmer gilt als irreparabel beschädigt. Konkret soll Rudolph dem HSV nur ein Darlehen über einen Mittelsmann angeboten haben. Dies aber wird im Verein offenbar abgelehnt.

Sollte der HSV die Bedingung nicht erfüllen, müsste er Insolvenz anmelden und in die Dritte Liga absteigen. Das Schicksal von HBW Balingen-Weilstetten bleibt davon unberührt. Der Tabellen-16. der vergangenen Saison erstritt vor dem Landgericht Dortmund eine einstweilige Verfügung und darf vorläufig in der Bundesliga verbleiben. Sollte der HSV die Lizenz erhalten, würde nächste Saison mit 19 Clubs gespielt.

Unterdessen hat der HSV seine dienstälteste Mitarbeiterin verloren. Marketingleiterin Julia Ninic, 36, die 2003 als Praktikantin anfing, hat den Verein am Freitag verlassen.