Tennis

Wieder die Schulter: Haas sagt in Halle ab und bangt um Wimbledon

Der gebürtige Hamburger Tommy Haas hat seine Teilnahme an den Gerry Weber Open abgesagt. Der zweimalige Turniersieger sollte eigentlich am Dienstag sein Auftaktmatch gegen Steve Johnson bestreiten.

Halle Westfalen. Am späten Nachmittag des Pfingstmontags sorgte Tommy Haas für Katerstimmung im westfälischen Halle: Die Nummer eins unter den deutschen Tennisprofis sagte seinen Start beim Rasenturnier kurzfristig ab. Die lädierte Schulter, die den 36-Jährigen schon in seinem Erstrunden-Match bei den French Open zur Aufgabe zwang, ist noch nicht auskuriert.

Haas' Auftaktgegner in Westfalen wäre am Dienstag der US-Amerikaner Steve Johnson gewesen. „Die Schulter gibt mir nicht die Chance, Tennis zu spielen. Ich habe hier in Halle alles probiert, aber es ist zwecklos“, sagte er. Mit einer Behandlung bei Spezialisten in München will er den vorgesehenen Wimbledon-Auftritt noch möglich machen. „Ich hoffe auf ein Wunder“, meinte er zu diesem Vorhaben.

Vor dem Aus für den zweimaligen Turniersieger, der an Nummer sieben gesetzt war, hatten die deutschen Spieler in Ostwestfalen einen starken Auftritt hingelegt. Angeführt vom früheren Davis-Cup-Spieler Philipp Kohlschreiber zog ein Trio ins Achtelfinale des Rasenturniers ein – und blieb dabei ohne Satzverlust. Der 30 Jahre alte Augsburger, der die Gerry Weber Open 2011 gewonnen hatte, ließ zum Auftakt dem Italiener Andreas Seppi beim 6:3, 6:4 kaum eine Chance.

Dustin Brown trifft auf Rafael Nadal


Ebenfalls eine Runde weiter sind Halle-Debütant Peter Gojowczyk (München) und der Deutsch-Jamaikaner Dustin Brown (Winsen/Aller), beide mit einer Wildcard ins Hauptfeld gekommen. Gojowczyk setzte sich gegen den Polen Michal Przysiezny 7:5, 6:4 durch, Brown gewann gegen Andrej Kusnezow aus Russland 6:3, 6:4 und darf sich nun auf ein Duell mit dem frischgekürten Roland-Garros-Champion Rafael Nadal freuen.

Der neunmalige Paris-Sieger aus Spanien ist in Halle als Weltranglistenerster an Position eins gesetzt, gefolgt von Rekordchampion Roger Federer (Schweiz), der ebenfalls erst im Achtelfinale ins Turniergeschehen eingreift.

Jan-Lennard Struff (Warstein) hatte am Pfingstmontag gegen Joao Sousa (Portugal) die Chance, in die Runde der besten 16 gegen Federer einzuziehen. Spielfrei hatte Benjamin Becker (Orscholz).

Kohlschreiber ohne Mühe


Kohlschreiber gab sich nach seinem ungefährdeten Auftaktsieg hochzufrieden mit seinem Saisondebüt auf Rasen. „Tolle Stimmung, tolles Stadion, bestes Wetter und dann eine gute Leistung“, sagte der Weltranglisten-27., der zuletzt im Sand von Paris in der dritten Runde knapp an Wimbledonsieger Andy Murray gescheitert war: „Jetzt geht es heute Nachmittag auf den Golfplatz, um den Kopf wieder etwas freizubekommen, und dann schauen wir, was in diesem Jahr hier noch so möglich ist.“

Kohlschreiber trifft im Achtelfinale auf den französischen Qualifikanten Pierre-Hugues Herbert, der sich überraschend gegen den an Position acht gesetzten Polen Jerzy Janowicz durchsetzte. Davis-Cup-Spieler Gojowczyk bekommt es mit dem Weltranglistenneunten Milos Raonic aus Kanada zu tun.

Zum vorerst letzten Mal finden die Gerry Weber Open unmittelbar nach den French Open in Paris statt. Durch die Verlängerung der Rasensaison rücken das Turnier in Halle sowie die Parallelveranstaltung im Londoner Queens Club eine Woche nach hinten und werden zudem aufgewertet.

Den freien Platz im Kalender nimmt das neue Rasenturnier in Stuttgart ein. Wimbledon startet wie gewohnt eine Woche nach dem Finale in Halle.