Menschlich gesehen

Der Hufschmied

Schlank, drahtig, eine Reiterstatur: Kai Scharffetter sieht gar nicht so aus, wie man sich einen Mann seines Berufsstandes vorstellt. „Stimmt, der Klischeehufschmied ist dick“, sagt der 41-Jährige. Beim 85. Deutschen Derby kümmert sich Scharffetter allein um alle Pferdehufe. Bis vor zehn Jahren war der Cuxhavener noch Pferdeausbilder. Seine Eltern hatten einen Aufzuchtstall. Doch von irgendwoher flog ihm das Talent als Hufschmied zu.

Was macht einen in diesem Beruf zum Könner? „Ich sehe verschiedenste Pferde und muss sie sofort psychologisch einschätzen und ihr Bewegungsbild analysieren“, sagt Scharffetter. Auch handwerkliches Geschick gehört dazu. Die Hände mit den Schwielen zeugen von den Riesenraspeln, mit denen er die Hufe feilt. „Kosmetik“, sagt er. Für Rasen-Parcours gibt es Stollen. Senioren mit Hufspalt werden schon mal Lederpolster eingeklebt.

Am Auftakttag des Derbys hetzte er zu zwölf Einsätzen. Ständig bimmelt das Handy. Oder Sohn Moritz, 16, schaut vorbei. Der nimmt am Amateurspringen teil. Hat Scharffetter ein Karriereziel? „Nationalmannschaftsschmied bei Olympia! Ein Traum!“