„Pinkel-Affäre“

Zorc: „Werden ein ernstes Wort mit Großkreutz reden“

Für Nationalspieler Kevin Großkreutz ist die „Pinkel-Affäre“ noch nicht beendet. Die BVB-Verantwortlichen wollen sich nach seiner Rückkehr mit ihm zusammensetzen. Ob er mit zur WM nach Brasilien fährt, ist noch unklar.

Dortmund. Für Nationalspieler Kevin Großkreutz (25) ist die „Pinkel-Affäre“ noch lange nicht ausgestanden. „Nach Kevins Rückkehr aus Brasilien werden wir das Gespräch mit ihm suchen. Wir werden ein ernstes Wort mit ihm reden und unsere Meinung sehr deutlich machen“, sagte Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc dem kicker (Freitags-Ausgabe).

BVB-Profi Großkreutz hatte nach dem verlorenen Finale im DFB-Pokal gegen Bayern München (0:2 nach Verlängerung) in der Lobby eines Hotels gegen eine Säule uriniert. Anschließend war es zudem zu einer Meinungsverschiedenheit mit einem anderen Gast gekommen.

„Ich entschuldige mich bei allen. Es tut mir leid und wird nicht wieder vorkommen“, sagte der 25-Jährige im Kreise der Nationalmannschaft fast flüsternd und erklärte: „Ich war frustriert nach einer schweren Niederlage, auch wenn das keine Ausrede sein darf.“

Die Kollegen beim Nationalteam nahmen die Nachricht unterschiedlich auf. „Jeder weiß ja, dass unter Alkohol-Einfluss so einiges passiert. Unschön ist nur, wenn es rauskommt“, meinte beispielsweise Abwehrchef Per Mertesacker mit einem Schmunzeln. Lukas Podolski richtete dagegen einen Appell an die Vernunft des Kollegen. „Demnächst muss ihn einer zur Seite nehmen und sagen, dass man so etwas anders erledigt“, mahnte der Offensivspieler des FC Arsenal.

Unter dem Strich sprang das gesamte DFB-Team dem 25-Jährigen aber zur Seite, allen voran Oliver Bierhoff. „Als Nationalspieler muss er Vorbild sein, auch mit seinem Verhalten außerhalb des Platzes“, sagte der Teammanager in der Sendung Doppelpass von Sport1: „Aber wir sollten ihn nicht zu sehr fertig machen. Das sind junge, sehr emotionale Kerle.“

Bierhoff und Bundestrainer Joachim Löw hatten sich den Dortmunder in Südtirol aber zur Seite genommen und ihm ins Gewissen geredet. Löw sprach in der Bild-Zeitung von einem „ernsten Gespräch“, in dem man klargemacht habe, „dass so etwas nicht wieder vorkommen darf“.

Um seine WM-Teilnahme muss sich Großkreutz zumindest aus disziplinarischen Gründen angeblich keine Sorgen machen. Löw, der noch drei Akteure aus dem vorläufigen Aufgebot streichen muss, sprach keine Strafe aus, da sich der Vorfall nicht im Kreise des Nationalteams ereignete und betonte, „dass sich Kevin bei der Nationalmannschaft immer einwandfrei verhalten hat“. Bierhoff versicherte im Express, das Thema sei „nun erledigt“. Der Spieler selbst versicherte, es sei „alles okay. Es ist mein Ziel, bei der WM dabei zu sein“.