Basketball

Nowitzki steckt weiter im Formtief: „Er ist nicht der alte Dirk“

Die Dallas Mavericks haben in den NBA-Play-offs den 2:2-Ausgleich gegen die San Antonio Spurs kassiert und ihren Heimvorteil wieder verspielt. Dirk Nowitzki sucht weiterhin nach seiner Form.

Dallas. Die nackten Zahlen sprechen für sich. Dirk Nowitzki steckt in Schwierigkeiten - und damit auch seine Dallas Mavericks. Der Basketball-Star blieb in den Play-offs im vierten Achtelfinalspiel gegen die San Antonio Spurs erneut unter 20 Punkten und ist damit rein statistisch so schwach wie zuletzt vor mehr als zehn Jahren. Kein Wunder, dass sich die Nummer zehn der „ewigen“ NBA-Scorerliste nach dem bitteren 89:93 in eigener Halle mit Kritik auseinandersetzen muss.

„Er ist nicht der alte Dirk. Und der wird er auch nie wieder. Er ist fast 36“, kommentierten die Dallas Morning News vielsagend, als Dallas in der best-of-seven-Serie den 2:2-Ausgleich kassiert und den gerade gewonnenen Heimvorteil wieder verspielt hatte. 11 - 16 - 18 - 19 steht in Nowitzkis Statistik. Zwar steigert der zwölfmalige Allstar seine Ausbeute von Spiel zu Spiel, von seiner Bestform ist er aber weiterhin meilenweit entfernt.

Es bleibt nicht mehr viel Zeit, den Hebel umzulegen. Schon das Auswärtsspiel in der Nacht zum Donnerstag (1 Uhr MESZ) hat vorentscheidenden Charakter. Der Sieger hat einen Matchball, der Verlierer steht mit dem Rücken zur Wand. Ein starker Nowitzki wäre immens wichtig. Doch derzeit spricht wenig dafür, dass das deutsche Basketball-Idol sein Problem in den Griff bekommt.

Nowitzki findet seinen Wurf nicht. Sieben von 19 Versuchen aus dem Feld gingen in Spiel vier in den Korb. Zum dritten Mal blieb der frühere MVP bei einer Quote von unter 40 Prozent. Das einzig Positive an der derzeitigen Situation ist für den 35-Jährigen, dass Dallas trotz der anhaltenden Schwäche wieder eine Siegchance hatte und im Duell mit dem besten Team der Hauptrunde viel Moral zeigte.

„Das war ein starkes Comeback“, sagte Nowitzki mit Blick auf den 20-Punkte-Rückstand, den sich die Mavericks anfangs des zweiten Drittels eingefangen und danach wieder wettgemacht hatten: „Nach der Pause haben wir gespielt wie in den ersten drei Partien. Am Ende waren wir nicht clever genug.“ Ein Dreier von Boris Diaw über Nowitzki hinweg (90:87) sorgte für die Vorentscheidung. Manu Ginobili machte anschließend mit drei verwandelten Freiwürfen den Deckel drauf.

Der Zweikampf zwischen dem Außenseiter und dem Titelkandidaten geht also wieder von vorn los. „Es steht unentschieden, jetzt haben wir eine best-of-three-Serie“, sagte Dallas-Coach Rick Carlisle. Dass sie ein Spiel beim texanischen Rivalen stehlen können, haben die Mavericks schon bewiesen. Sie müssen es mindestens noch einmal tun, sonst ist es vorbei.

Das funktioniert nur mit einem starken Kapitän. Davon sind zumindest die Experten der Dallas Morning News überzeugt. Es brauche schon einen Nowitzki in der Play-off-Form von 2011, als der bislang einzige Titelgewinn gelang, um „zwei der nächsten drei Spiele zu gewinnen“.

In der Saison 2000/01 war der Würzburger im letzten Erstrundenspiel gegen die Utah Jazz (18) und den drei folgenden Zweitrundenspielen gegen San Antonio (9, 19, 15) zuletzt viermal nacheinander in der Meisterrunde unter der 20er-Marke geblieben. Danach antwortete das „German Wunderkind“ mit 30 und 42 Punkten. Dallas schied trotzdem aus.