Lacrosse-Frauen des HTHC kämpfen für krebskranke Kinder

Hamburg. Seine Tochter Quinn Marie war zwölf Monate alt, als sie die Diagnose Krebs erhielt. Auch wenn sich die Elfjährige heute stabiler Gesundheit erfreut, wird Bob Eakins den Schock seines Lebens niemals vergessen. Im Gegenteil, der 57-Jährige will mithelfen, dass an Krebs erkrankte Kinder in Deutschland weiterhin ebenso gute Behandlungsmöglichkeiten genießen können wie seine Tochter in den USA.

Aus seiner Heimat ist Eakins, der seit 2009 als hauptamtlicher Cheftrainer die weibliche Lacrosse-Bundesligamannschaft der HTHC Warriors leitet, gewöhnt, dass regelmäßig Benefizspiele ausgetragen werden, um Geld für soziale Zwecke zu sammeln. Diese Tradition will er nun auch in Hamburg etablieren. Deshalb organisieren Eakins und sein Team unter dem Motto „Der Mai wird pink“, angelehnt an die in den USA für den Kampf gegen Krebs stehende Farbe, am Sonntag einen Lacrosse-Schnuppertag auf der HTHC-Anlage Beckermannweg in Langenhorn. Höhepunkt ist um 13 Uhr ein Showmatch zwischen den Warriors und den Black Pearls, dem Ehemaligenteam im HTHC.

Lacrosse gilt als schnellster Mannschaftssport auf zwei Beinen. In Kanada ist das Spiel, bei dem ein Ball mittels an einem Schläger befestigten Netz ins Tor befördert werden muss, hinter Eishockey der beliebteste Nationalsport. In ganz Deutschland betreiben rund 5500 Menschen organisiert Lacrosse, in Hamburg, wo der HTHC der einzige Anbieter ist, rund 230. Die Damen sind als Zweiter der Nordgruppe derzeit auf dem besten Weg, sich für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft Mitte Juni in München zu qualifizieren.

„Wir wollen Aufmerksamkeit für den Kampf gegen den Krebs generieren, aber natürlich auch unsere Sportart präsentieren. Lacrosse wurde erfunden, um Kriege zu verhindern. Diesen Hintergrund wollen wir vermitteln“, sagt Eakins, der in der Organisation von den Mannschaftsführerinnen Antonia Garbe, 19, und Katharina Freier, 24, unterstützt wird. Letztere arbeitet als Physiotherapeutin auf der onkologischen Station im UKE und hat den Kontakt zur Initiative „Knack den Krebs“ der Fördergemeinschaft Kinderkrebszentrum Hamburg hergestellt. Alle Einnahmen – der Eintritt kostet zwei Euro pro Person, dazu gibt es weitere kostenpflichtige Mitmachaktionen – kommen „Knack den Krebs“ zugute.

Eakins hofft auf 1500 Euro, vor allem aber darauf, dass sich die Sichtweise seiner Spielerinnen verändert. „Ich wünsche mir, dass sie verstehen, wie gut es uns geht, und wie wichtig es ist, dass Menschen, die an Krebs leiden, für ein paar Minuten ihr Leid vergessen können“, sagt er. „Jeder Euro, aber auch jede Idee hilft.“ Interessierte sollten sich per E-Mail (eakins@hamburgwarriors.com) an ihn wenden.