Footballer der Blue Devils ziehen sich zurück

Hamburg. Man hat sich ja gewöhnt an schlechte Nachrichten von den Hamburg Blue Devils, aber die vom Freitag war von bislang ungekannter Schlechtigkeit. Der stolze Footballverein, viermaliger deutscher Meister und dreimaliger Europacupgewinner, hat seine Herrenmannschaft zurückgezogen. Nachdem sich in der Vorwoche fast die gesamte Offensive Line abgemeldet hatte, sah sich Cheftrainer Maximilian von Garnier außerstande, den Spielbetrieb in der Regionalliga sicherzustellen, zumal die Trainingsbeteiligung zuletzt nicht sehr rege gewesen sein soll.

„Wir hätten zwar eine komplette Mannschaft an den Start bringen, uns aber keinen weiteren Ausfall leisten können“, sagte Präsident Sascha Hinz. „Das Verletzungsrisiko für die hinteren Angriffsspieler wäre somit unverantwortlich gewesen.“ Dieser Einsicht habe sich bei einer Sitzung am Donnerstagabend auch die Mannschaft gefügt.

Sie bestand im Wesentlichen aus Spielern der inzwischen aufgelösten zweiten Mannschaft, die vergangene Saison schon in der viertklassigen Oberliga überfordert gewesen war. Vom früheren Kader der ersten Herren war der Großteil bereits in der Winterpause abgewandert. Grund war der erneute Rückzug aus der German Football League, zu dem sich die Blue Devils im Januar entschlossen hatten, weil das finanzielle Risiko zu groß geworden war. Kurz zuvor war schon die Kooperation mit dem HSV nach zwei Jahren aufgekündigt worden. Die Hoffnung, in einem eigenen Stadion spielen zu können, hatte sich da bereits zerschlagen.

Im kommenden Jahr wollen die Blue Devils einen neuen Anlauf starten, schlimmstenfalls in der fünftklassigen Landesliga. Er wird ohne von Garnier stattfinden. Der 43-Jährige, letztes verbliebenes Gründungsmitglied im Club, zieht sich nach 17 Jahren als Spieler und fünf als Cheftrainer aus dem Sport zurück, bleibt aber Vizepräsident. Die Jugend- und Flagfootballteams sollen weiter am Spielbetrieb teilnehmen. Hinz: „Wichtig ist, dass die Vereinsarbeit fortgeführt wird.“