Rist Wedels Siege könnten Hamburg Towers helfen

Hamburg. Die Statistik spricht gegen die Basketballer des SC Rist Wedel. Noch nie haben die Licher BasketBären im Play-off-Achtelfinale der Zweiten Bundesliga Pro B ein Heimspiel verloren. Ändert sich das auch an diesem Sonnabend nicht, kann sich die Mannschaft von Trainer Sebastian Gleim, 29, erst am Dienstag (19.30 Uhr) in der Steinberghalle ins Viertelfinale werfen. Das erste Spiel der Best-of-three-Serie hatte Rist vergangenen Sonnabend 69:62 gewonnen. Fürs Weiterkommen sind zwei Siege nötig.

Einen neuen Fan haben die Wedeler bereits: Pascal Roller, 37, Sportdirektor des neuen Wilhelmsburger Basketballteams Hamburg Towers. Weil für die Erste Bundesliga ein Hauptsponsor fehlt, werden die Towers nur eine Wildcard für die Zweite Liga Pro A beantragen, jene Klasse, in die die Wedeler aufsteigen wollen. Gelingt das, würde Rist sein Spielrecht wohl auf die Towers übertragen, weil die eigene Halle mit 900 Plätzen und der Etat mit 150.000 Euro zu klein für große Würfe wäre.

Gernot Guzielski, der Vorsitzende des SC Rist, hat diese Möglichkeit bereits ins Gespräch gebracht. Wedel würde dann als Nachwuchsteam für die Towers eine oder zwei Ligen tiefer weitermachen. Als Architekt begleitet Guzielski gerade den 3,5 Millionen Euro teuren Umbau der Wilhelmsburger Blumenhalle zu einer Basketballarena. Hier wollen die Towers spielen.

Allerdings: Selbst die Wildcard für die Zweite Liga Pro A, für die eine Lizenzgebühr von 75.000 Euro fällig würde, ist für die Towers kein Selbstgänger. Roller hat zwar in wahrer Kärrnerarbeit Kontakt mit fast allen 40 Clubs der Ligen A und B aufgenommen und viel positive Resonanz für das neue Hamburger Basketballprojekt erfahren, eine Garantie, künftig in der zweiten Klasse mitspielen zu dürfen, ist das nicht. Voraussetzung bleibt wie in der Ersten Liga: Mindestens ein qualifizierter Verein muss aus wirtschaftlichen Gründen sein Spielrecht nicht wahrnehmen können. Die einfachste Lösung wäre daher Wedels Aufstieg in die Pro A.