Towers bewerben sich zunächst für Basketballliga zwei

Sportdirektor Pascal Roller will mehr Planungssicherheit, Erste Bundesliga bleibt das Ziel

Hamburg. Die Hamburg Towers werden sich Mitte März um eine Wildcard für die Zweite Basketball-Bundesliga Pro A bewerben. Das sagte Sportdirektor Pascal Roller, 37, dem Abendblatt. An diesem Donnerstag wird er mit einem in Basketball-Lizenzfragen erfahrenen Steuerberater die Unterlagen vorbereiten. Den ursprünglichen Plan, sofort eine Spielgenehmigung für die Erste Bundesliga (BBL) zu erwerben, haben die Towers damit nicht aufgegeben: „Oberstes Ziel bleibt, dass wir zur nächsten Saison an den Start gehen, am liebsten natürlich in der BBL. Andererseits brauchen wir auch Planungssicherheit für unsere Verhandlungen mit Sponsoren, Trainern und Spielern.“

Das Lizenzierungsverfahren für die Pro A wird voraussichtlich Ende März abgeschlossen, das für die BBL beginnt erst Mitte April und endet Anfang Juni. Bedingung für die Teilnahme am Spielbetrieb in einer der beiden Ligen ist, dass dort ein Platz frei wird, weil ein Club die wirtschaftlichen oder sportlichen Voraussetzungen nicht erfüllt. Roller: „Erhalten wir einen Platz in der Pro A, werden wir danach beraten, ob wir ihn annehmen oder doch noch ein Bewerbungsverfahren für die BBL anstrengen.“ Eine Wildcard für die Erste Liga kostet 250.000 Euro, für die Pro A 75.000. Bei Ablehnung werden in der höchsten Klasse 5000 Euro Bearbeitungsgebühr fällig, in der Pro A 3500.

„Inzwischen halten wir es für eine akzeptable Lösung, die Towers über die Zweite Liga in Hamburg einzuführen. Dann würden wir eben versuchen, sportlich aufzusteigen.“ Der Mindestetat für die BBL beträgt eine Million Euro. Roller hält ihn „für darstellbar“. In der Pro A ist kein Budget vorgeschrieben, dafür gibt es einen Katalog mit Anforderungen, die mit Punkten bewertet werden. Wer zum Beispiel viele Jugendmannschaften hat, kann Abstriche bei den Ausgaben für die Liga machen. Weil die Towers mit den Nachwuchsteams der Piraten Hamburg und dem Pro-B-Club SC Rist Wedel kooperieren, erfüllen sie die meisten Kriterien problemlos. Fest steht bisher die Spielstätte: die Blumenhalle der Gartenschau in Wilhelmsburg. Sie wird von der Stadt gerade für 3,5 Millionen Euro umgebaut. Sie bietet 3500 Besuchern Platz.

In der Trainerfrage strebt Roller nach der Klasseneinteilung eine schnelle Entscheidung an. Gesucht wird ein Coach, „der einen Plan hat, der junge Spieler entwickelt“. Sebastian Gleim, 29, Trainer des Drittligatabellenführers SC Rist, wäre ein solcher gewesen. Gleim wechselt nach dieser Saison auch aus privaten Gründen zum BBL-Club Frankfurt Skyliners. Dort soll er sich um den Nachwuchs kümmern. Steht der Trainer fest, geht es an die Kaderplanung. Erste Gespräche mit Spielerberatern hat Roller geführt.