Jahresrückblick

„König-Fußball“, HSV Handball und Vettel dominieren 2013

Vorfreude auf die Fußball-WM, ein deutscher Dominator in der Formel 1 und die Doping-Beichte einer gefallenen Radsport-Ikone: Das Sportjahr 2013 lieferte Gesprächsstoff en masse.

Frankfurt/Main. Emotionen, Spaß und jede Menge Lebensfreude durch den Confed Cup, Hochspannung und Dramatik im deutschen Champions-League-Finale: Auf „König Fußball“ war auch im Sportjahr 2013 wieder mal Verlass. Außerdem bestimmte Formel-1-Champion Sebastian Vettel die Schlagzeilen in den Gazetten weltweit - ebenso wie Lance Armstrong mit seiner Doping-Beichte und der Skandal im WM-Gastgeberland Katar.

„Dieses Turnier war ein großer Erfolg, trotz der sozialen Unruhen im Umfeld“, sagte Joseph S. Blatter mit Blick auf den Confed Cup im Sommer in Brasilien. Ebenso stellte der Präsident des Weltverbandes Fifa klar, „dass es keine Generalprobe für die WM im kommenden Jahr, sondern ein Wettbewerb der Champions war“.

Dies und das schier ungebrochene Interesse der Zuschauer an der schönsten Nebensache der Welt belegten auch die Zahlen eindrucksvoll. 804.659 Fans strömten zu den 16 Spielen in die Stadien, Millionen Zuschauer sahen zudem 68 Tore - ein Bestwert. Und weil der Fifa-Chef einem „technik-taktisch wirklich außergewöhnlichen Turnier“ und dem „besten Confed Cup aller Zeiten“ vorstand, zeigte er sich auch schon für den nächsten Höhepunkt zuversichtlich: „Wir werden im nächsten Jahr eine herausragende WM haben, keine Probleme, überhaupt keine Probleme.“

„Herausragend“ - dieses Prädikat verdienten sich zweifelsfrei auch Bayern München und Borussia Dortmund. Im ersten rein deutschen Endspiel der europäischen Königsklasse siegten die Münchner mit 2:1, feierten so das erste Triple ihrer Vereinsgeschichte. Der eigentliche Sieger war aber der deutsche Fußball.

„Was Dortmund und Bayern da abgeliefert haben, ist natürlich das beste Verkaufsargument bei den Vertragsverhandlungen der Deutschen Fußball Liga (DFL) über die internationale Vermarktung. Und daran partizipiert die ganze Liga“, sagte Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung: „Ob man jetzt die stärkste Liga der Welt ist, kann man nicht nach einer Saison sagen. Für den Moment, darf jeder Fan sehr stolz sein.“

Mächtig stolz dürfte nach all den Lobeshymnen auch Vettel sein. Mit einer schier unfassbaren Souveränität kontrollierte der 26 Jahre alte Heppenheimer die Königsklasse des Motorsports. „Wenn man sich die Konstanz seiner Leistung anschaut und die Art und Weise, wie, dann ist das sehr einzigartig“, lobte Rekordweltmeister Michael Schumacher: „Er ist noch so jung und so hungrig.“

Vettel ist der Konkurrenz im Fahrerfeld enteilt - und Schumacher eigentlich sein letzter „Gegner“. In Siebenmeilenstiefeln nähert er sich den Rekorden seines großen Idols. „Und wenn es jemand schafft, dann Seb. Das würde mich besonders freuen“, sagte Schumacher.

Angesichts dieser alles überstrahlenden Events rückten keinesfalls weniger interessante Ereignisse ein wenig in den Hintergrund. Dass der HSV Hamburg sich im Handball die europäische Krone aufsetzte und die Champions League gewann, der ukrainische Boxer Wladimir Klitschko im millionenschweren Kampf gegen Alexander Powetkin die Oberhand behielt oder der Brite Christopher Froome auf beeindruckende Art und Weise bei der Tour de France den Gipfel des Radsports erklomm, sind im Nachhinein betrachtet eher Randnotizen eines abwechslungsreichen Sportjahres.

Von Skandalen blieb das Jahr allerdings auch nicht verschont. „Ich finde es äußerst befremdlich, dass sich ein Mann wie Lance Armstrong, der über zwölf Jahre ein solches Doping-System aufgezogen und durchgehalten hat, beschwert, dass er lebenslang gesperrt wird“, sagte IOC-Präsident Thomas Bach bei Sky über die Doping-Beichte des gefallenen Radsport-Idols.

Und dann war da ja noch der Skandal um die Situation in Katar. Neun Jahre vor der Fußball-WM im Emirat sorgten unmenschliche Bedingungen auf den Baustellen und die Ausbeutung der Arbeiter für große Unruhe. „Die Wirtschaft und die Politik müssen mithelfen, die untragbare Situation in Katar zu verbessern“, forderte Blatter: „Allein die Diskussion über Katar zeigt, wie wichtig der Fußball sein kann.“ Im positiven und negativen Sinne.