Nach dem ersten Saisonsieg will das VT Aurubis den Meister ärgern

Hamburg. Was 101 mehrheitlich erfolgreiche Spielminuten für die Psyche von Volleyballerinnen bewirken können, das durfte Helmut von Soosten in den vergangenen zwei Tagen beobachten. „Die Erleichterung, dass wir endlich den ersten Saisonsieg geschafft haben, war im Training deutlich zu spüren“, sagt der Cheftrainer der Bundesligafrauen des VT Aurubis Hamburg. Am Mittwochabend hatte seine Auswahl das Achtelfinal-Pokalspiel gegen den Köpenicker SC mit 3:1 gewonnen und damit nach drei Auftaktpleiten in der Bundesliga den totalen Fehlstart abgewendet.

„Wichtig war vor allem, dass wir endlich im Wettkampf das umgesetzt haben, was im Training schon gut geklappt hatte“, sagt von Soosten, der sich nach den drei 0:3-Schlappen im Punktspielbetrieb bereits internen Unkenrufen ausgesetzt sah. Das auf neun Positionen umformierte Team sei qualitativ nicht ausreichend besetzt, war im VIP-Raum geraunt worden, man müsse sich wohl darauf einstellen, keinen Sieg erleben zu dürfen. „Dieser Druck ist jetzt weg, darauf müssen wir nun aufbauen und auch in der Liga anfangen zu punkten“, sagt der Coach.

Ob das ausgerechnet gegen Meister und Pokalsieger Schweriner SC klappt, der an diesem Sonnabend (18 Uhr) in der CU-Arena am Bahnhof Neugraben gastiert, ist fraglich. „Schwerin ist der klare Favorit, aber wir haben nichts zu verlieren“, sagt von Soosten, und Spielführerin Imke Wedekind, 29, will dem Trainer da nicht widersprechen. Der 4:1-Sieg in der Vorbereitung gegen den SSC sei ein Zeichen dafür gewesen, dass man auch auf höchstem Bundesliganiveau mithalten könne, glaubt die Mittelblockerin. „Wenn wir den positiven Schub aus dem Pokalspiel mitnehmen und noch eine Schippe drauflegen, haben wir eine Chance“, sagt sie.

Zumal die Gäste, die sich nach schwachem Saisonstart gefunden haben und zuletzt beim 3:1-Pokalsieg in Wiesbaden auftrumpften, auf Nationalspielerin Saskia Hippe (Kreuzbandriss) verzichten müssen, während von Soosten seine Bestbesetzung aufbieten kann. Fraglich ist nur, ob Wedekind im Mittelblock weiter neben der gegen Köpenick überzeugenden Eva Michalski spielt oder ob Jennifer Pettke eine neue Bewährungschance erhält.