Untersuchungsausschuss prüft Finanzgebaren der Hamburger Sportjugend

Hamburg. Das offenbar strittige Finanzgebaren der Hamburger Sportjugend (HSJ) wird wie Mitte Juni angekündigt einer unabhängigen Prüfung unterzogen. Der Hamburger Sportbund (HSB) hat dem fünfköpfigen Schiedsgericht des Verbandes jetzt einen umfangreichen Fragenkatalog geschickt, welche Themen der Klärung bedürfen. Das Gremium, das sich in diesem Fall als Untersuchungsausschuss versteht, soll mithilfe eines Wirtschaftsprüfers herausfinden, für wen oder was und mit welcher Legitimation die HSJ in den vergangenen Jahren ihr Geld ausgegeben hat und Vorschläge machen, „wie die Kommunikation zwischen HSB und HSJ verbessert werden kann“, sagt der Vorsitzender Dr. Fritz Frantzioch. Der Bericht soll bis Ende Oktober vorliegen. Frantzioch: „Das ist angesichts des Untersuchungskomplexes ein äußerst sportlicher Zeitrahmen.“

Anlass der Aufarbeitung ist, dass die HSJ seit 2008 nicht rückzahlbare öffentliche Zuwendungen an ihre Ostsee-Sportschule Schönhagen in Darlehen umgewidmet hatte, was das Sportamt Hamburg monierte – und inzwischen korrigiert wurde. Dem HSB drohen wegen möglicher Zweckentfremdung der Gelder Rückforderungen der Stadt. Es geht dabei um sechsstellige Beträge. Der HSB erwartet zudem Antworten auf die Beziehungen der HSJ-Vorstände zum Verein Voll in Bewegung und der Jugendbildungsstätte YES.

„Das Vertrauen in die HSJ ist beschädigt“, sagt HSB-Präsident Günter Ploß, „wir hoffen es mit diesem Verfahren wiederherstellen zu können.“