Frust und Freude für Elina Sujew

Hamburger Läuferin belegt mit dem DLV-Team Platz zwei bei der Europameisterschaft

Gateshead. Für Elina Sujew persönlich verlief das Wochenende alles andere als nach Wunsch, als Teil der deutschen Mannschaft aber konnte sie sich bei den Team-Europameisterschaften im englischen Gateshead über einen hervorragenden zweiten Platz freuen. Die Auswahl des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) musste sich mit 347,5 Zählern nur Titelverteidiger Russland (354,5) geschlagen geben und verpasste den zweiten Triumph nach dem Premierensieg 2009 damit nur knapp. Dritter wurde Mitfavorit Großbritannien (338).

Sujew kam bei ihrem Lauf über 1500 Meter als Siebte in 4:13,27 Minuten ins Ziel. Die 22-Jährige vom LT Haspa Marathon Hamburg hielt sich lange in der Spitzengruppe auf und lag 200 Meter vor dem Ende sogar auf Platz vier. Die Russin Ekaterina Sharmina dominierte das Rennen und gewann in 4:08,86 Minuten vor der Spanierin Isabel Macias (4:09,95) und der Polin Renata Plies (4:01,73). „Bis in die letzte Kurve ist es super gelaufen und ich dachte, ich könnte Dritte werden“, sagte Sujew über ihren Lauf. „Aber dann kam 150 Meter vor dem Ziel der große Cut und es ging nicht mehr viel. Ich bin nicht zufrieden.“

Damit setzte sich auch im kühlen Dauerregen von Gateshead fort, was schon die ganze Saison der Ende 2012 gemeinsam mit ihrer Schwester Diana aus Potsdam nach Hamburg gewechselten Athletin prägt. „Sie bringt die Leistungen im Training, kann sie aber nicht auf der Bahn umsetzen“, sagte Trainerin Beate Conrad. “ 4:05,50 Minuten ist die Norm für die Weltmeisterschaften im August in Moskau, eigentlich wollten Elina und Diana Sujew in dieser Saisonphase „daran kratzen“. Doch davon kann noch keine Rede sein. Bis zum 27. Juli müssen sie diese Leistung erbringen. Die nächste Chance dafür sind die deutschen Meisterschaften am kommenden Wochenende in Ulm. „Im Training läuft es eigentlich super- Ich werde jetzt weiter dran arbeiten“, sagte Elina Sujew.

Herausragend war am Schlusstag der Sieg von Diskus-Olympiasieger Robert Harting. Der Berliner setzte sich mit 64,25 Metern vor Mario Pestano (Spanien/61,34) durch, der Pole Piotr Malachowski wurde mit 59,68 Metern nur Vierter. Neben Harting triumphierten auch Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler (Frankfurt) und Halleneuropameisterin Christina Schwanitz (Thum) im Kugelstoßen. Bereits am Sonnabend hatten Kugelstoß-Weltmeister David Storl (Chemnitz), die Speerwerferin Christina Obergföll (Offenburg), die deutsche Stabhochsprung-Rekordlerin Silke Spiegelburg (Leverkusen) und Hürdenläufer Silvio Schirrmeister (Chemnitz) für das deutsche Team gewonnen.