Hamburger Basketball-Projekt nur verschoben, nicht aufgehoben

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Hamburg. "Wir haben nie kommuniziert, dass wir schon für die nächste Saison eine Wildcard für die Basketball-Bundesliga beantragen wollen. Das ist immer nur von außen suggeriert worden. Für uns war das zu keinem Zeitpunkt der Plan A. Unser Ziel bleibt es, in Hamburg ein Erstligateam aufzubauen. Und da sind wir für die Saison 2014/15 weiter voll im Plan", sagt Pascal Roller, 36. Der ehemalige Nationalspieler arbeitet mit dem Hamburger Modeunternehmer Wolfgang Sahm, 50, seit mehr als einem Jahr an diesem Projekt und sieht gute Fortschritte. "Wir haben es in den vergangenen Monaten geschafft, uns breiter aufzustellen und uns in Hamburg zu vernetzen."

Zu dem Netzwerk gehört inzwischen Rollers ehemaliger Nationalmannschaftskollege Marvin Willoughby, 35, der seit sechs Jahren in Wilhelmsburg mit dem Verein Sport ohne Grenzen Sozial- und Nachwuchsarbeit betreibt. Willoughbys Piraten spielen erfolgreich in der Jugend-Bundesliga. "Es gibt in Hamburg eine breite Basis an Talenten", weiß Roller.

Als Farmteam für die künftige Erstligamannschaft bietet sich der SC Rist Wedel an, der derzeit in der Zweiten Bundesliga Nord Pro B Körbe wirft. Gespräche mit Rist-Manager Thorsten Fechner, 49, wurden bereits geführt. "In einem Monat hoffen wir, etwas Konkretes verkünden zu können", sagt Roller. Dann sei auch Willoughby aus seinen Flitterwochen in den USA zurück.

Die Basketball-Bundesliga (BBL) steht den Hamburger Plänen unverändert positiv gegenüber. "Dass wir Hamburg als Standort für ein Erstligateam großartig fänden, ist kein Geheimnis", sagt BBL-Geschäftsführer Jan Pommer. Die Ligasponsoren versprechen sich durch eine Mannschaft in der zweitgrößten deutschen Stadt deutlich mehr Medienkontakte. Aus diesem Grund bleiben Roller und Sahm optimistisch, die nötige Wildcard für ihr Retortenteam für die erste Spielklasse zu erhalten - wenn sie mit einem Saisonetat um die vier Millionen Euro für diese Sondergenehmigung die wirtschaftlichen Voraussetzungen geschaffen haben.

Auch der sportliche Weg in die höchste Basketballliga wäre machbar. Rist Wedel hat die Lizenz für die Zweite Liga Pro A beantragt, Anfang Juni fällt die Entscheidung. "Mit einem entsprechenden Budget wäre dann sogar 2014 der Aufstieg in die Bundesliga möglich", sagt Rist-Manager Fechner. Rund 400.000 Euro Etat seien dafür mindestens nötig, die Wedeler mussten in der dritten Klasse zuletzt mit etwa 150.000 Euro auskommen. Fechner: "Aus eigener Kraft werden wir dieses Geld aber nicht aufbringen können, dafür bräuchten wir schon fremde Hilfe."

( (rg) )

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