Kickboxen

Weltmeisterin Dr. Christine Theiss kündigt Karriereende an

Dr. Christine Theiss steigt Ende des Jahres aus dem Ring. Dann möchte sie eine Familie gründen und ihre TV-Karriere forcieren.

Stuttgart. Erst Kind, dann TV-Karriere: Christine Theiss steigt aus dem Ring. „Ende des Jahres ist Schluss“, kündigte die ungeschlagene Kickbox-Weltmeisterin im Gespräch mit den „Stuttgarter Nachrichten“ an. Nur zu gerne hätte die 33-Jährige mit dem Sport weitergemacht, doch der Kinderwunsch ist einfach größer. „Nach einer Schwangerschaft ist es auf diesem Niveau nicht mehr möglich, in den Ring zurückzukommen“, sagte die promovierte Ärztin.

Ganz von der Bildfläche wird die hübsche Blondine aber nicht verschwinden. Vermutlich wird man Theiss in Zukunft sogar häufiger als bisher auf der Mattscheibe sehen. Längst hat sie sich ein zweites Standbein geschaffen, als Schauspielerin und TV-Moderatorin. Und Theiss ist begehrt.

„Ich bringe viele Dinge mit, die das Publikum und die Medien mögen“, sagt die gebürtige Thüringerin. Schön, schlau und ehrgeizig – eine perfekte Kombination, die ihr im Leben viele Türen geöffnet hat. „Attraktivität schadet nicht, und mir fällt es leichter, mich zu vermarkten“, sagt die Kardiologin: „Im Ring zählt Schönheit aber nicht.“

Talent und harte Arbeit an ihrem größten Kapital, einem makellosen Körper, den sie gerne als Maschine bezeichnet, haben Theiss in ihrer Sportart weit gebracht. 2005 krönte die Kickboxerin ihre Amateurkarriere mit dem WM-Titel. Logische Konsequenz war der Wechsel ins Profilager. Und Theiss, die seit 2008 den Doktortitel in Medizin besitzt, siegte weiter und weiter.

Schon ein Jahr nach ihrem Aufstieg holte sich die Wahl-Münchnerin durch einen Sieg über die Waliserin Rachel Kirkhouse den Weltmeistertitel nach Wako-Version. Wenig später kam der WKA-Gürtel im Leichtgewicht dazu. Insgesamt hat Theiss 22 WM-Kämpfe bestritten und alle gewonnen, die Hälfte davon vorzeitig. Frau Doktor hat Gegnerinnen aus der ganzen Welt verprügelt. Und immer stand sie danach mit ihrem einnehmenden Lächeln im Ring.

Bis zu ihrem Abschied muss Theiss aufpassen, dass sie sich im Zweikampf mit Händen und Füßen nicht zu viele blaue Flecken einhandelt. Schließlich tritt sie immer wieder auch in anderen Rollen vor die Kamera. 2009 hat sie im Film „Die Jagd nach der Heiligen Lanze“ mitgespielt, im vergangenen Jahr moderierte die Wahl-Münchnerin bei Sat.1 die Abspeck-Spielshow „The Biggest Loser“.

„Mir gefällt, dass die Sendung das Thema Übergewicht mit viel Humor und Augenzwinkern aufgreift, ohne dabei aus dem Auge zu verlieren, wie schwer es ist, zu einem Normalgewicht zurückzukehren“, sagt Theiss, die sich einst für ein Männermagazin nur mit dem Nötigsten bekleidet ablichten ließ. Das Format gefällt dem TV-Sternchen: „Ganz normale Menschen werden zu Vorbildern und Helden für andere. Die Zuschauer leiden und fiebern mit – das finde ich toll!“

Die Fortsetzung folgt, davon ist auszugehen. Die Karriere nach der Karriere ist für Theiss, die auch Mitglied des Beirats der ProSiebenSat.1 Media AG ist, bereits vorgezeichnet. Doch vorher gibt sie den Sport auf, mit dem sie schon im Alter von sieben Jahren angefangen hat. Wenigstens auf professioneller Ebene.

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