Zeitspiel der Schiedsrichter macht HTHC-Hockeydamen wütend

Bundesligateam legt Protest gegen Wertung des 0:1 bei Klipper ein

Hamburg. Ungefähr 70 Minuten - genau war es nicht zu sagen, was später noch Thema sein wird - war es das Spiel gewesen, das alle erwartet hatten. Die Hockeydamen des Klipper THC und des Harvestehuder THC hatten sich am Sonnabendnachmittag nach Kräften bemüht, Bundesliganiveau anzubieten. Nicht immer war es ihnen gelungen, und so wäre das 0:0 ein ebenso passendes wie gerechtes Resultat gewesen. Doch dann pfiffen die Schiedsrichterinnen Natalie Giannouli und Christiane Hippler die vierte Strafecke für die Gastgeber, und plötzlich brachen auf der HTHC-Bank alle Dämme.

Es war indes nicht der Grund für den Pfiff, der Cheftrainer Manuel Altenburg und seinen Assistenten Christian "Büdi" Blunck auf die Palme brachte, sondern die Tatsache, dass überhaupt noch gepfiffen wurde. Nach einem Uhrenvergleich mit den Schiedsrichterinnen, der in Ermangelung einer elektronischen Spielzeituhr auf der Anlage am Eckerkamp vorgenommen wurde, hatte man eine Restspielzeit von drei Minuten ermittelt. Das allerdings war rund fünf Minuten passiert, bevor die Ecke gepfiffen wurde, die Klippers Abwehrchefin Natalie Lück zum Siegtor verwertete. Dass es anschließend noch drei Minuten weiterging und dem HTHC damit die Chance auf den Ausgleich gewährt wurde, konnte die Gemüter mitnichten beruhigen.

Nach Spielschluss bestürmte Blunck das Unparteiischen-Duo, es fielen auf beiden Seiten Worte, die in einer Familienzeitung wie dem Abendblatt keine Erwähnung finden sollen. "Wir haben auf drei Uhren mitgestoppt. Dass die eine Schiedsrichterin zur anderen eine Differenz von sieben Minuten auf der Uhr hat, ist unmöglich", sagte Altenburg. Innerhalb der obligatorischen 30 Minuten nach Spielende legte der HTHC, der im Abstiegskampf um jeden Punkt kämpfen muss, Protest gegen die Spielwertung ein. Anhand des Spielvideos will man beweisen, dass der Siegtreffer nach dem Ende der Spielzeit gefallen war. Klipper-Trainer Peter Krueger sagte: "Ich kann die Wut des HTHC verstehen, aber ich denke nicht, dass ein Protest Erfolg haben wird. Es war eine Tatsachenentscheidung."

Auch im hochklassigen Spitzen-Derby zwischen dem Uhlenhorster HC und dem Club an der Alster, das nach Toren von Nina Notman (28., Ecke) und Sophie Mayen (32.) für den Gastgeber sowie Sabine Knüpfer (33.) und Lisa Parada (40.) für Alster leistungsgerecht 2:2 ausgegangen war, hatte es Ärger um die Schiedsrichterleistung gegeben. Die Herren Laszlo Gardeler und Frank Günnewicht hatten die faire Partie mit kleinlicher Regelauslegung behindert und den Spielfluss zerstört. "Es ist ärgerlich, wenn auf diese Art Einfluss genommen wird", sagte Alsters Nationalspielerin Tina Schütze.

Am Sonntag gaben sich die Hamburger Topteams, die in der Tabelle auf Rang zwei (Alster) und drei nur um einen Punkt getrennt sind, gegen die lokale Konkurrenz aus dem Tabellenkeller keine Blöße. Der UHC besiegte den HTHC durch Tore von Eileen Hoffmann, Notman (je 2), Jana Teschke und Janne Müller-Wieland mit 6:0. Alster kam bei Klipper durch ein Tor von Jenna Woolven zu einem 1:0-Sieg.

In der Herren-Bundesliga verkürzte der Fünfte Alster durch Siege in Krefeld (4:1) und Gladbach (5:4) den Rückstand auf Tabellenführer HTHC, der in Gladbach 5:1 gewann und in Krefeld 1:3 verlor, um drei auf neun Punkte. Der Siebte UHC unterlag Mannheim 2:3 und schlug Nürnberg 4:2.