In Suhl will Hindriksen für Aurubis das Viertelfinal-Ticket lösen

Hamburg. Ihre Mitspielerinnen standen schon lange im VIP-Raum, als Mareike Hindriksen den Kabinentrakt der CU-Arena verließ. 3:0 hatten die Volleyballfrauen des VT Aurubis das erste Spiel der Pre-Play-off-Serie gegen den VfB Suhl gewonnen, doch ihre Zuspielerin hatte kaum Muße, den Sieg zu genießen. Noch eine Stunde nach Spielschluss plauderte sie mit den alten Teamkolleginnen, mit denen sie vor zwei Jahren zusammengespielt hatte.

Vor dem zweiten Spiel der Serie an diesem Sonnabend (19.30 Uhr) in Suhl - ein Sieg wäre das Ticket fürs Viertelfinale gegen Vilsbiburg - ist die 1,82 Meter große Athletin wohl die entspannteste Spielerin im Team von Cheftrainer Helmut von Soosten, was auch daran liegt, dass mit dem Sieg im Hinspiel ein immenser Druck von der Mannschaft abfiel. Nach den beiden 0:3-Pleiten in der Hauptrunde galt Suhl als Angstgegner. "Jetzt haben wir alle gesehen, dass wir sie schlagen können. Der klare Sieg hat für kollektive Erleichterung gesorgt", sagt Hindriksen.

Spielerinnen wie sie sind es, die in der entscheidenden Phase der Saison den Unterschied ausmachen können. Als am Saisonanfang ihre Zuspiel-Kollegin Femke Stoltenborg wegen eines Fingerbruchs ausfiel, musste die Sport- und Geschichtsstudentin die Last des Zuspiels im Training und den Spielen allein schultern. Sie tat es auf einem verlässlich guten Niveau und klagte auch nicht, als die Niederländerin nach ihrer Genesung vorgezogen wurde. Hindriksen bot sich im Training an, und weil sie dort, wie von Soosten sagt, "sehr gut Regie geführt und dem Team die nötige Aggressivität abgefordert hat", spielte sie gegen Suhl alle drei Sätze.

Ob Hindriksens Entschlossenheit auch in der kommenden Saison in Hamburg gefragt sein wird, ist unklar. Nach der Ankündigung von Namensgeber Aurubis, die finanzielle Unterstützung um ein Drittel zu kürzen, muss von Soosten einen harten Sparkurs fahren. Der Verein will, dass alle Spielerinnen auf 30 Prozent ihres Gehaltes verzichten. Dazu ist bislang keine bereit. "Wir würden gern mit Femke und Mareike weitermachen, aber wir müssen sehen, ob das wirtschaftlich darstellbar ist", sagt der Trainer. Sollte nur eine Zuspielerin bleiben können, die dann ein deutsches Nachwuchstalent zur Seite gestellt bekäme, ist ebenfalls unklar, wer den Verein verlassen müsste.