Skispringer, Biathleten und Kombinierer siegen

Erfolgreiches deutsches Wintersport-Wochenende

Freitag gewinnt Sonnabend und Sonntag. "Das war eine tolle Geschichte", sagte Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster über das perfekte Wochenende seiner Mannschaft. "Ich bin glücklich." Sein Glück hatte einen Namen: Richard Freitag. Nach dem Sieg mit seinen Mitspringern Andreas Wank/Oberhof, Michael Neumayer/Berchtesgaden, Severin Freund/Rastbüchl komplettierte Freitag mit 126,5 und 128,5 Metern das herausragende deutsche Ergebnis - 7,3 Punkte vor dem Norweger Anders Bardal. "Die Sprünge waren sehr gut", freute sich der Sachse. "Es lief wie geschmiert", lobte Schuster. "Jeder Erfolg hilft, die nötige Stabilität für dauerhafte Spitzenleistungen zu bekommen." Freitags Zimmerkollege Freund teilte sich nach zwei Sprüngen auf 124 Meter den dritten Platz mit dem punktgleichen Anders Jacobsen aus Norwegen.

Frenzel reserviert die Kristallkugel. Nach seinem triumphalen Doppelsieg konnte Eric Frenzel die Vorfreude auf die bevorstehende Krönung als Saisonsieger der Nordischen Kombinierer nicht verbergen. Der Erfolg an der Seite von Johannes Rydzek beim Teamsprint hatte dem Gesamt-Spitzenreiter, der am kommenden Freitag nur noch einen 17. Platz zum Gewinn der Großen Kristallkugel benötigt, ein Grinsen ins Gesicht gezaubert: "Ich werde alles dafür geben, um das Gelbe Trikot zu behalten. So eine Chance wird für mich sicher nicht so schnell wiederkommen", sagte der Oberwiesenthaler. Dank des Doppelerfolges im Teamsprint, den Tino Edelmann und Fabian Rießle nach der Disqualifikation Frankreichs perfekt machten, haben die starken DSV-Kombinierer den Gesamtsieg in der Nationenwertung bereits sicher. Co-Trainer Ronny Ackermann begründete die Leistungen: "In dieser Mannschaft sind alle hungrig. Das macht es aus, denn am Saisonende entscheidet mehr oder weniger der Kopf."

Alpine neben der Spur. Felix Neureuther und Maria Höfl-Riesch fädelten ein - und im letzten Rennen vor dem Saisonfinale verloren auch ihre Teamkollegen an Schwung. Die deutschen Slalom-Damen mussten beim Heim-Rennen in Ofterschwang das schlechteste Ergebnis seit sechs Jahren verkraften, die Herren waren zuletzt vor einem Jahr schlechter platziert als nun in Kranjska Gora. Die Enttäuschungen bei schwierigen äußeren Bedingungen in den Torläufen rückten gute Einzelleistungen in den Riesenslaloms am Vortag in den Hintergrund. Viktoria Rebensburg war als Dritte "froh und erleichtert" über ihren fünften Podestplatz der Saison, Neureuther unterstrich in Slowenien als Vierter seine starke Form. "Das ist einfach ein Tag, den man nicht als optimal bezeichnen darf oder kann", sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier. "Wir haben aber in diesem Jahr schon so viel extrem gute Tage für den alpinen Skirennsport gehabt, da muss man auch mal so einen Tag in Kauf nehmen und akzeptieren."

Biathlon-Premierensieg. Als Laura Dahlmeier im Staffelrennen von Sotschi auf der Schlussrunde an die Spitze stürmte, legten ihre Biathlon-Kolleginnen Andrea Henkel, Evi Sachenbacher-Stehle und Miriam Gössner im Zielraum schon mal ein Siegertänzchen hin. Selbst eine Strafrunde von Gössner konnte das deutsche Quartett beim Olympia-Test nicht aufhalten. Nachdem zuvor die Männer ebenfalls in einer Premieren-Besetzung mit Erik Lesser, Andreas Birnbacher, Arnd Peiffer und Benedikt Doll hinter Russland Rang zwei gefeiert hatten, legten die Damen noch einen drauf. Vor allem Neu-Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle aus Reit im Winkl, die im Sprint mit Rang sechs tags zuvor für ein erstes Achtungszeichen gesorgt hatte, freute sich: "Ich hätte nie zu träumen gewagt, dass ich mal eine Weltcupstaffel gewinne", bekannte die 32-Jährige.