Lacrosse - nichts für Zimperliche

Die HTHC Hamburg Warriors begrüßen am Wochenende 20 Bundesligaclubs zu einem Turnier

Hamburg. Dass jemand, der empfindlich ist, im Lacrosse nichts zu suchen hat, das beweisen Antonia Garbe und Adam Eakins, als es darum geht, an der Binnenalster für ein Foto zu posieren. Trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt steht Antonia 15 Minuten lang im kurzärmligen Trikot Modell, Adam wagt sich sogar in Shorts in die Kälte. Wer sich im schnellsten Mannschaftssport auf zwei Beinen beweisen will, so lautet die Botschaft, die die beiden vermitteln, der sollte sich von Winterwetter nicht beeindrucken lassen.

Antonia und Adam, und das ist die wichtigere Botschaft, gehen aber auch auf dem Spielfeld keiner Herausforderung aus dem Weg. Die beiden Angreifer, die den U19-Kadern der deutschen Nationalmannschaft angehören, sind Leistungsträger ihrer Bundesligateams. Die 18 Jahre alte angehende Sportstudentin und der ein Jahr jüngere Schüler spielen für die Leistungsmannschaften der HTHC Hamburg Warriors, die in der vergangenen Saison in der deutschen Meisterschaft jeweils Siebte wurden. An diesem Wochenende (Sa und So jeweils 10 bis 17 Uhr) steht für ihren Verein ein sehr wichtiger Termin auf dem Programm. Zwölf Herren- und acht Damenteams treffen sich auf der Clubanlage am Beckermannweg in Langenhorn zu einem Turnier, um sich auf den Rückrundenstart der Bundesliga Anfang April vorzubereiten.

"Wir wollen die Rasanz unseres attraktiven Sports erlebbar machen", sagt Bob Eakins. Adams Vater, der seit 2009 Cheftrainer der Damen ist, setzt sich gemeinsam mit Herrencoach Pete DeSantis für eine bessere Vermarktung ein, nachdem der Sparte ein privater Sponsor abhandengekommen ist. Zwar steht der Gesamtverein HTHC bei der Finanzierung des Liga- und Nachwuchsbetriebs zur Seite, dennoch bleibt die Ausübung ihres Sports für die Spieler ein Zuschussgeschäft. "Wir zahlen die Reisen zu unseren Spielen komplett selbst", sagt Antonia, die als 15-Jährige durch einen Schnupperkurs an ihrer Schule die erste Berührung mit dem Lacrosse hatte, das in Kanada hinter Eishockey und in den USA hinter Football und Baseball beliebteste Sportart ist.

Als Adam mit seinem Vater und den Brüdern Darren, 18, Torhüter im HTHC-Bundesligateam, und Jake, 6, Torwart in der U12, nach Hamburg kam, war er "überrascht, dass es überhaupt Menschen gab, die Lacrosse spielten". Dass Deutschland weltweit an Position acht rangiert und in Europa nur England und Tschechien stärker sind, ahnen die wenigsten. Seit einigen Jahren wächst die Abteilung stetig. "Als ich anfing, waren es 60 weibliche Mitglieder, jetzt sind wir bei 115", sagt Bob Eakins. Insgesamt spielen 230 Menschen in Hamburg organisiert Lacrosse.

Der HTHC ist der einzige Hamburger Verein. Antonia und Adam wünschen sich dringend lokale Konkurrenz, vor allem aber Neumitglieder für ihren Club. Probetraining ist in allen Altersklassen jederzeit möglich. Nur zimperlich sollte man nicht sein.