Mercedes stapelt tief: Keine Wunder erwarten

Hamburg. Dieter Zetsche, der Vorstandsvorsitzende des Daimler-Konzerns, hat vor zu hohen Erwartungen an das Formel-1-Team von Mercedes nach den personellen Veränderungen gewarnt. "Verbesserungen werden natürlich nicht sofort nach Ernennung der Leute sichtbar werden. Wir sollten in dieser Saison noch keine Wunder erwarten", sagte er in einem Interview mit den "Salzburger Nachrichten".

Neben dem dreimaligen Weltmeister Niki Lauda, der als Team-Aufsichtsratschef fungiert, ist der Österreicher Toto Wolff als Nachfolger des langjährigen Motorsportchefs Norbert Haug neu an Bord. "Wir kamen nicht auf jenes Niveau, das man von Mercedes erwartet, daher musste das Management des Teams verstärkt werden", sagte Zetsche. "Wir haben jetzt zwei hoch kompetente Leute an Bord."

Zudem sitzt der Brite Lewis Hamilton, Weltmeister von 2008, als Nachfolger von Rekordweltmeister Michael Schumacher im Silberpfeil. Als größtes Manko des neuen Autos machte Hamilton bei den Testfahrten in Barcelona den aerodynamischen Abtrieb aus. Immerhin hatten Nico Rosberg am ersten und Hamilton am vierten Testtag in Barcelona jeweils die beste Zeit erzielt. Im Vergleich aller vier Tage belegten Rosberg und Hamilton die Plätze sechs und neun, die Gesamtbestzeit fuhr McLaren-Neuling Sergio Perez.

Die nächste Saison sieht Daimler-Chef Zetsche eher als Konsolidierung, die Hoffnungen der Silberpfeile ruhen auf 2014, wenn die Regeln neue Turbo-Triebwerke vorschreiben. "Wir haben nächstes Jahr mit dem neuen Motor noch mehr die Chance, das umzusetzen, was wir jetzt anstreben."