Blunck traut seinem HTHC den Gewinn des Hallentitels zu

Für das Abendblatt stellt der Hockey-Olympiasieger das Team vor

Hamburg. Die Mannschaft, die an diesem Wochenende den ersten deutschen Hallenmeistertitel seit 1996 holen soll, hat er selbst zwei Jahre lang trainiert. Als Sportlicher Leiter des Harvestehuder THC ist Christian "Büdi" Blunck noch immer nah am Geschehen, am Freitag reiste er als zweiter Co-Trainer von Chefcoach Christoph Bechmann mit zur Endrunde nach Berlin (Programm siehe Infokasten). Für das Abendblatt analysiert der 44 Jahre alte Olympiasieger von 1992 Stärken und Chancen der Schwarz-Gelben, die am Freitag per Facebook sogar Unterstützung von ihrem Vereinsfarben-Pendant Borussia Dortmund erhielten.

Der Torhüter: "Tobias Walter hat bewiesen, warum wir ihn vor der Saison mit Mannheim gegen Andreas Späck getauscht haben. Er strahlt absolute Siegermentalität aus, verfügt über unfassbares Reaktionsvermögen und eine gute Schusskreisbeherrschung. Dass er körperlich nicht austrainiert wirkt, ist kein Problem, solange er so hält wie bisher. Er ist ein heißer Kandidat für die Nationalmannschaft."

Die Defensive: "Ob unser Spielgestalter Tobias Hauke trotz seiner Knieblessur auflaufen kann, entscheidet sich kurzfristig. Fiele er aus, wäre das eine große Schwächung, aber die Ausgeglichenheit unseres Kaders könnte auch diesen Verlust abfedern. Mit unserem Kapitän Christopher Borchard und Joakim Björkman haben wir zwei kampfstarke Athleten mit viel Ruhe und Übersicht, die die Abwehr zusammenhalten. Dazu kommt Tobias Lietz, der im Feld Stürmer ist, aber in der Halle durch seine Schnelligkeit und Übersicht ein sehr guter Aufbauspieler ist."

Die Offensive: "Da es aufgrund der Schnelligkeit der Hallenvariante kein klassisches Mittelfeld mehr gibt, ist ein Angreifer das Bindeglied zwischen Abwehr und Sturm. Bei uns ist das Benjamin Stanzl, der mein Lieblingsspieler ist, weil er die Situationen mit einer Mischung aus Athletik und Eleganz löst, die man selten sieht. Zudem ist er extrem torgefährlich. Als Back-up hat sich Paul Pongs etabliert, der sich dank seines Ehrgeizes von der Jugend bis ins Stammteam durchgebissen hat.

Vorn ist Michael Körper dank seiner kraftvollen Standards eine echte Waffe, zudem arbeitet er sehr intensiv bei Ballbesitz des Gegners. Sein Sturmpartner Johan Björkman ist die Überraschung der Saison. Er kam im Sommer aus Schweden und bringt technisch alles mit, um ein Topspieler zu werden. Sebastian Feller schwebt bisweilen zwischen Genie und Wahnsinn, ist aber auch dank seiner guten Ecken immer für wichtige Tore gut. Jan-Philipp Heuer hat sich mit Beharrlichkeit ins Team gekämpft. Außerdem ist er als Nervenstärkster unser Siebenmeterschütze."

Das Umfeld: "Trainer Christoph Bechmann ist ein ganz entscheidender Faktor für den Erfolg, weil er in einem perfekten Maß die Konkurrenz fördert und Leistung fordert, aber auch für Spaß und Entspannung sorgt. Die Euphorie im Verein ist riesig. Der Titel, von dem alle träumen, würde einen weiteren Schub geben."

Das Fazit: "Im Halbfinale bewegen sich alle Teams auf Augenhöhe. Aber da wir gegen den Gastgeber spielen, glaube ich, dass das Finale fast etwas leichter wäre. Gegen Berlin stehen unsere Chancen aufs Weiterkommen bei 50:50."