Neuer Teamchef, altes Ergebnis: Tennisteam im Abstiegskampf

Unglückliches Daviscup-Debüt für Tobias Kamke

Buenos Aires. So hatte sich Tobias Kamke sein Debüt im deutschen Daviscup-Team dann doch nicht vorgestellt. 0:5 gegen Argentinien, Abstiegskampf statt Viertelfinale. Natürlich hatte sich der Hamburger gefreut, als er vom neuen Teamchef Carsten Arriens für die Erstrundenpartie in Buenos Aires nominiert wurde. Aber dass er plötzlich am Sonnabend schon im Doppel auflaufen musste und am Sonntag auch noch im schon bedeutungslosen Einzel gegen Juan Monaco, das war nun wirklich nicht geplant - und schon gar nicht erhofft. 4:6, 6:7 (2:7) unterlag Kamke dem Weltranglisten-Zwölften, anschließend musste Doppelspieler Kas für den an Magen-Darm-Problemen erkrankten Florian Mayer gegen Carlos Berlocq ran und verlor mit 2:6, 4:6. Es wurde die höchste deutsche Niederlage seit genau zehn Jahren. Damals ebenfalls in Argentinien.

Es war natürlich viel Pech im Spiel für die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes (DTB). Nur wegen der Verletzung von Spitzenspieler Philipp Kohlschreiber am Freitag stand Kamke plötzlich am Sonnabend an der Seite von Kas im Doppel auf dem Platz. Da lag Deutschland schon aussichtslos 0:2 zurück, nachdem Mayer gegen Argentiniens Topmann Monaco verloren hatte. 1:6, 4:6, 6:4, 2:6 unterlagen Kamke/Kas gegen David Nalbandian und Horacio Zeballos. Aus und vorbei, das DTB-Team muss im September um den Klassenerhalt in der Weltgruppe kämpfen.

"Wir haben alles gegeben. Wir können uns nicht vorwerfen, dass wir es nicht probiert hätten", sagte Kamke. Natürlich war Deutschland nur als Außenseiter in die Gluthitze von Buenos Aires gereist. Aber Punkte gegen Berlocq schienen schon möglich - bis im fünften Satz Kohlschreibers Muskelfaser im Oberschenkel riss. "Hätte der Oberschenkel fünf oder zehn Minuten länger gehalten. Aber hätte, hätte, hätte ...", sinnierte Sportdirektor Klaus Eberhard. Hat er nicht, zweieinhalb Zentimeter lang ist der Einriss, es drohen mehrere Wochen Pause.

"Die Enttäuschung hält sich ehrlich gesagt in Grenzen", sagte Arriens trotz allem, "ich habe die Woche sehr positiv wahrgenommen, es ist ein gut eingespieltes Team." Alle Konzentration gilt nun dem Relegationsmatch, dann sollen auch wieder Haas und Petzschner mitspielen. Und für Kamke wäre vermutlich kein Platz mehr.