Golf

Aus der Traum - Golfelite macht um Hamburg einen Bogen

Im Jahr 2013 wird es kein Profiturnier auf Gut Kaden mehr geben. Martin Kaymer und Co. spielen nicht mehr vor den Toren der Hansestadt.

Hamburg. Volksfeststimmung. Mehr als 20.000 Zuschauer strömten im vergangenen Juli auf die Anlage des Golf und Land Clubs Gut Kaden, um Martin Kaymer zu sehen und Bernhard Langer zu bewundern. Der Matsch war egal, auch die Probleme bei der Anreise - geschenkt. Spitzengolf in Hamburgs Norden zog. Die Schüco Open, das hochkarätige Showturnier, versprach die Fortsetzung einer großen Tradition. Sogar Pläne für ein reguläres Turnier 2013 wurden gemacht. "Golf kehrt endlich nach Hause zurück", schwärmte Hamburgs Innensenator Michael Neumann bei der Siegerehrung für den Schweden Henrik Stenson.

Aus der Traum. "Die Schüco Open wird es 2013 nicht mehr geben", sagte Thomas Lauritzen, der Sprecher des Bielefelder Bauzuliefer-Unternehmens, dem Abendblatt. Das Golfsponsoring ist eingestellt. Auch Martin Kaymer verliert wie Langer seinen Vertrag als "Markenbotschafter".

"Wir sind natürlich traurig, dass es die Veranstaltung nicht mehr gibt", sagt Wolfgang Mych, der Geschäftsführer von Gut Kaden. "Gerade im Norden gibt es jetzt kein Spitzengolf mehr zu sehen." Bis 2007 war die malerische Anlage bei Alveslohe im Norden Hamburgs 15 Jahre lang Austragungsort eines der bedeutendsten Turniere auf der European Tour. Tiger Woods schlug hier ab, auch Lee Westwood, Deutschlands Golfheld Langer wurde gefeiert. "Wir wären jederzeit bereit, mit unserem Know-how wieder ein Profiturnier durchzuführen", sagt Mych, "aber es ist sehr schwierig, einen Sponsor zu finden." Schon mit der Bewerbung um den Solheim Cup 2015, den Damen-Teamwettbewerb zwischen Europa und den USA, war Gut Kaden aus finanziellen Gründen gescheitert. Das Turnier findet jetzt in St. Leon-Rot statt, dort hilft SAP-Gründer Dietmar Hopp.

Auch das Bielefelder Unternehmen Schüco hat sich vier Jahre lang ein teures Turnier geleistet. Letztlich erscheint das millionenschwere Engagement im Golfsport wie eine Liebhaberei des Vorstandsvorsitzenden Dirk Hindrichs. Der passionierte Golfer hatte das Unternehmen mit Solartechnik zu Rekordumsätzen geführt. Nach einem Preiseinbruch in diesem Bereich im vergangenen Jahr schrieb Schüco rote Zahlen, Hindrichs musste gehen - wie auch fast 500 Mitarbeiter. Das Ende für teures Sponsoring einer Randsportart. "Es ist kein Sponsor in Sicht, der sich engagieren will", sagt Mych. "Golf ist ein sehr kleiner Markt, ohne Fernsehpräsenz wird sich daran nichts ändern."

Und auf Gut Kaden wird es 2013 wieder ganz ruhig bleiben.