Fürste und Jacobi spielen in Indien

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Hamburger Hockeystars werden von Profiteams ersteigert und laufen dort für vier Wochen auf

Hamburg. Den dritten Adventssonntag 2012 dürfte Nicolas Jacobi in bester Erinnerung behalten. Am Nachmittag siegte der deutsche Hockeynationaltorhüter mit dem Uhlenhorster HC 10:3 beim Großflottbeker THGC und hielt in der Nordgruppe der Hallenbundesliga als Verfolger Anschluss an Tabellenführer Harvestehuder THC. Am Abend feierte er in Baden-Baden auf der "Sportler des Jahres"-Gala mit den Kollegen aus der Nationalmannschaft, mit denen er in London Olympiasieger geworden und deshalb einer der Kandidaten zum "Team des Jahres" gewesen war (Bericht auf Seite 28).

Seinen wichtigsten Erfolg konnte der 25 Jahre alte Hamburger allerdings rund 8000 Kilometer südöstlich von Hamburg verbuchen. Bei der Versteigerung der Spieler für die neu gegründete indische Profiliga Hockey India League (HIL) wurde Jacobi für 50.000 Dollar von den Delhi Waveriders erworben. Das bedeutet: Der Torhüter kassiert für sein einmonatiges Engagement in Indien - die Saison mit fünf Teams im Modus jeder gegen jeden mit Halbfinale und Finale startet am 16. Januar - eine Antrittsgage von 50.000 Dollar. Für einen wie ihn, der von seinem Bundesligaklub eine Aufwandsentschädigung erhält und als Ersatzspieler in London noch nicht einmal die 15.000 Euro Goldprämie erhielt, ist das eine unglaubliche Menge Geld.

Der finanzielle Anreiz allein ist es indes nicht, der Jacobi nach Indien lockt. "Zum einen wird es ein Abenteuer, denn bislang ist vieles noch nicht organisiert. Zum anderen wird es sportlich ein Highlight, denn es spielen viele internationale Stars dort", sagt er. So wurde der gerade zum Welthockeyspieler gekürte Moritz Fürste, UHC-Urgestein und derzeit beim Club de Campo in Madrid engagiert, für 75.500 Dollar von den Randhi Rhinos ersteigert. Australiens Superstar Jamie Dwyer geht für 60.000 Dollar zu den Jaypee Punjab Warriors, der niederländische Ausnahmespieler Teun de Nooijer für 66.000 Dollar zu den Uttar Pradesh Wizards.

Beim UHC sehen sie Jacobis Ausflug zwiegespalten. Natürlich gönnen sie ihrem Torhüter die Erfahrung und das Geld, andererseits hätten sie ihn gern für die Endphase der Hallenbundesliga im Tor. "Ich versuche, die Derbys am 9. Januar beim Club an der Alster und am 11. und 13. Januar gegen den HTHC noch mitzuspielen", sagt Jacobi. Besonders der Partie gegen Alster kommt große Bedeutung zu, immerhin geht es dabei um den zweiten Viertelfinalplatz hinter dem HTHC, der als Nordmeister gesetzt scheint. Am Sonnabend siegte der Tabellenführer ohne Trainer Christoph Bechmann, dessen erster Sohn Arthur am Morgen zur Welt gekommen war, souverän 12:3 in Großflottbek, am Sonntag ließen die Schwarz-Gelben ein 13:7 bei Hannover 78 folgen. Alster schlug 78 11:3 und den DHC Hannover 14:2 und bleibt Dritter.

Bei den Damen fiel eine Vorentscheidung im Abstiegskampf. Nachdem sich Aufsteiger TG Heimfeld am Sonnabend beim 1:2 gegen Tabellenführer Alster teuer verkauft hatte, gab es am Sonntag gegen den direkten Konkurrenten HTHC ein 2:5. Bei zwei Spielen mehr beträgt der Abstand des Tabellenletzten auf den -fünften Eintracht Braunschweig bereits vier Punkte. Der UHC siegte 4:3 beim Klipper THC und ist ohne Punktverlust Zweiter.

( (bj) )