Heimpremiere mit Hindernissen für Aurubis-Volleyballerinnen

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Gegen Schwerin fehlen Coach Staelens zwei Leistungsträgerinnen

Hamburg. Wenn es schlecht läuft, dann muss Jean-Pierre Staelens sein persönliches Saisonziel schon an diesem Sonnabendabend begraben. Die von ihm trainierten Bundesliga-Volleyballerinnen des VT Aurubis treffen um 19 Uhr in der CU-Arena am Bahnhof Neugraben zur Heimpremiere der Saison 2012/13 auf den deutschen Meister und Pokalsieger Schweriner SC. Eine Niederlage gegen den Topfavoriten wäre keine Sensation, aber Staelens hat andere Ansprüche. "Mein Wunsch ist, dass wir von Spiel zu Spiel mehr Zuschauer anlocken und die Halle immer voll ist. Dazu sollten wir es schaffen, kein Heimspiel zu verlieren", sagt er.

Die Frage, ob er durch derlei Anspruchsdenken den sowieso schon großen Druck auf sein Team noch erhöhe, beantwortet der 56-Jährige mit einem Lächeln. "Wir sind alle motiviert, das Unmögliche zu erreichen", sagt er. Dass aus dem Vorstand von Hauptsponsor und Namensgeber Aurubis das Erreichen des Halbfinales in Meisterschaft und Pokal als Ziel ausgegeben wurde, kann er angesichts des beträchtlichen finanziellen Engagements (rund 600 000 Euro) nachvollziehen. "Ich möchte gern die Wünsche von Sponsoren und Fans erfüllen. Man darf aber nicht vergessen, dass wir nicht allein auf der Welt sind", sagt er, "die anderen Teams haben sich ebenfalls verstärkt."

Die wichtigste Weiterentwicklung zur Vorsaison, die der Chefcoach sehen möchte, ist Konstanz im Umsetzen des vorgegebenen Spielsystems. "Ein Volleyballteam ist wie ein Orchester. Allein kann jeder sein Stück spielen, aber wenn die Harmonie nicht stimmt, dann klingt das Gesamtwerk schief. Das war in der vergangenen Saison unser Problem. Wenn wir es schaffen, in unserem System jeden Part sauber zu spielen, dann haben wir viel erreicht", sagt er.

In der Breite habe das Team an Qualität gewonnen, glaubt Staelens, darüber müsse der Abgang von Spitzenkräften wie Lousiane Penha Ziegler, die mit Schwerin an alte Wirkungsstätte zurückkehrt, und seiner Tochter Kim, die jetzt in Breslau zuspielt, kompensiert werden. Bei der 2:3-Niederlage zum Saisonauftakt in Aachen am vergangenen Sonnabend habe sich der Ausfall der neuen Zuspielerin Femke Stoltenborg, die wegen eines Fingerbruchs noch einige Wochen pausieren muss, negativ ausgewirkt.

Die zweite Zuspielerin Mareike Hindriksen muss auch gegen Schwerin die Hauptlast tragen, da Spielerinnen aus der Zweitligamannschaft erst nach fünf Saisonspielen im Bundesligateam aushelfen dürfen. Zudem fällt Diagonalangreiferin Paulina Brys, die am Freitag an der rechten Schulter operiert wurde, bis Jahresende aus.

( (bj) )