Sechs Hamburger Talente hatten gegen Thomas Lurz keine Chance

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Hamburg. Erst beim Autogrammschreiben hatte Thomas Lurz so seine Schwierigkeiten. Die Kugelschreiber wollten seinen Schriftzug nicht auf den ihm hingehaltenen Plastikbadekappen hinterlassen. Aber selbst für diese Situation fand der Rekordweltmeister im Freiwasserschwimmen schnell eine Lösung. Er kramte aus seinem Rucksack Autogrammkarten hervor.

In der 16 Grad kühlen Binnenalster hatte Lurz weit weniger Probleme. Der Olympiazweite von London über zehn Kilometer trat über 3000 Meter gegen 21 Staffeln an, die sich die Strecke in Abschnitte von 6 x500 Meter aufteilten. Sechs Hamburger Nachwuchsschwimmer vom Olympiastützpunkt am Dulsbergbad, die sich Balou und seine Crew nannten, hatten sich dabei vorgenommen, Lurz herauszufordern. Es blieb beim Vorsatz. Das Duell war nach den ersten 300 Metern entschieden, dem ersten Zehntel der Strecke. Der 32 Jahre alte Würzburger hatte sich zu diesem Zeitpunkt deutlich vom Feld abgesetzt, nach 1000 Metern gelang ihm auf dem Dreieckskurs die erste Überrundung. Am Ende siegte Lurz in 35:58 Minuten vor den Hamburger Talenten, die in 37:08 Minuten ins Ziel kraulten. Dritte wurde die SG Hamburg-West (43:10).

"Ich hatte doch mehr Gegenwehr erwartet, deshalb habe ich am Anfang gleich aufs Tempo gedrückt, denn ich wusste ja nicht, was da später noch kommt", sagte Lurz, der enttäuscht über den Auftritt des Nachwuchses war.

Die Veranstaltung dagegen fand seinen Beifall. "Das Publikum, die Strecke, das Ambiente - alles bestens", sagte Lurz. "Das war ein guter Anfang, darauf kann man aufbauen." Lurz empfiehlt allerdings einen früheren Austragungstermin, am besten im August, "denn je angenehmer die Wasser- und Lufttemperaturen sind, desto mehr Menschen nehmen teil und schauen zu".

Die 500 m der Frauen gewann Annika Wunram, 19, vom Swim-Team Elmshorn in 6:39 Minuten vor Nina Rosenbladt (SV Poseidon; 7:12) und Britta Grabow (Kaifu-Tri-Team; 7:56). Bei den Männern siegte der 18-jährige Jacob Heidtmann (ebenfalls ST Elmshorn; 5:49) vor Klubkamerad Hendrik Rijkens (6:01) und Florian Dörries (HSC; 6:04). Der Olympiaachte Markus Deibler (HSC; 6:44) wurde auch hier Achter.