Spaßig und fair statt elitär

U18-Story: Hockey - Wie der Marienthaler THC neue Mitglieder für seine Sparte werben will.

Hamburg. "Ist Hockey nicht ungesund für den Rücken?", wurde Bernd Deppermann von einer besorgten Mutter gefragt. Der Jugendwart des Marienthaler Tennis- und Hockeyclubs, auf dessen Anlage am Sonnabend ein "Tag der offenen Tür" stattfand, konnte die Frau beruhigen. Die Rückenmuskulatur werde zwar besonders beansprucht, aber auch dahingehend trainiert und aufgebaut, erklärte er fachkundig. Auf einem kleinen Geschicklichkeitsparcours übten interessierte Kinder derweil unter Anleitung ihre ersten Hockeyschritte und ließen sich dabei auch von den gelegentlichen Wolkenbrüchen den Spaß nicht verderben.

Dem achtjährigen Pascal Roschlaub, der durch einen Flyer in der Schule auf die Veranstaltung aufmerksam geworden war, hatte es vor allem das Spielgerät angetan. "Ich finde es gut, dass man Hockey mit einem Schläger spielt", freute sich der Erstklässler. Und mit ihm Bernd Deppermann, dessen Aktion schon erste Früchte trug. Man wolle weg von dem elitären Image, enger mit den Schulen kooperieren, Kinder für Sport begeistern und nebenbei natürlich Mitglieder gewinnen, erklärte der Mittvierziger, der selbst erst vor einem Jahr über seinen Sohn Tobias (7) zum Hockey kam.

Während die Anfänger in ihren Versuchen noch etwas ungelenk wirkten, ging es einige Meter weiter schon sehr viel geschmeidiger zu. Auf der Kunstrasenanlage des MTHC fanden nämlich zeitgleich die Vorrunden der U-16-Turniere Hessenschild (Mädchen) und Franz-Schmitz-Pokal (Jungen) statt, bei denen die Auswahlmannschaften Hamburgs, Sachsens, Bremens und Westdeutschlands aufeinander trafen.

Im ersten Spiel des Tages eröffnete Kristin Helmreich (15) bereits nach zwei Minuten den Torreigen gegen hoffnungslos unterlegene Sächsinnen, die letztlich 5:0 besiegt wurden. "Ein schnelles Tor ist wichtig. Das gibt Selbstvertrauen", verriet sie hinterher. "Kristin ist super gefährlich und immer für ein Tor gut", sagt Hamburgs Trainer Marc Herbert über die Mittelstürmerin vom Klipper THC, die auch schon in der Nationalmannschaft gespielt hat.

Was muss man tun, um so weit zu kommen? "Man muss konsequent dabei sein, viel trainieren", meint Kristin, die schon seit elf Jahren Hockey spielt. "Man muss gut in eine Mannschaft reinpassen", ergänzt Nina Laudahn, mit 14 Jahren eine der Jüngsten im Team und amtierende deutsche Hallenmeisterin mit den Mädchen A von Klipper. Mindestens genauso wichtig sei jedoch, dass man Spaß am Hockey habe, finden beide. Immerhin: Diese Voraussetzung haben der kleine Pascal und die anderen Neulinge am Sonnabend auf jeden Fall schon einmal erfüllt.

  • Franz-Schmitz-Pokal : Hamburg - Bremen 13:0, Hamburg - Sachsen 13:0, Westdeutschland - Hamburg 1:3. Hessenschild : Hamburg - Sachsen 5:0, Hamburg - Bremen 9:0, Westdeutschland - Hamburg 4:2 (beide Hamburger Teams sind für die Endrunde qualifiziert).