Florettherren gewinnen Bronze, fühlen sich aber ums Finale betrogen

London. Was Bronze wurde, hätte Gold sein sollen - wäre da nicht das unglückliche 40:41 im Sudden Death im Halbfinale gegen Japan gewesen. "Das war die Retourkutsche für den Damendegen", sagte Bundestrainer Ulrich Schreck erbost nach drei umstrittenen Entscheidungen der Kampfrichter. Nach der Sekunden-Posse um Britta Heidemanns Halbfinalsieg gegen die Südkoreanerin Shin A Lam sind nun die Florettherren Opfer der umstrittenen Regeln geworden. Ein Kampf um Gold wurde dem Trio versagt, am Ende retteten Benjamin Kleibrink, Peter Joppich, Sebastian Bachmann und Ersatzmann Andre Weßels mit Wut im Bauch gegen die USA (45:27) immerhin Bronze.

"Mir geht das auf die Nerven", schimpfte Schreck, "das stinkt gewaltig. Damit machen wir das Fechten kaputt." Was Schreck, Mannschaftsolympiasieger 1992 in Barcelona, so auf die Palme brachte, dauerte gerade mal 13 Sekunden. 40:40 stand es im Gefecht um den Finaleinzug, dann traf Joppich zweimal - und jubelte zweimal über seine vermeintlich erste Olympiamedaille. Doch zweimal ließ der Obmann den Treffer nach Studium der Videoaufzeichnung nicht zählen, auch um den folgenden dritten Treffer gab es noch Streit. Beide Lampen leuchteten, der Referee studierte erneut die Wiederholung per Video, die Fechter tigerten ratlos auf der Planche herum - ehe der Obmann den Japanern den Treffer zusprach. Pikant: Der Obmann kam aus Südkorea.

( (sid) )