Fußball aus aller Welt

England diskutiert Winterpause, Inter feiert Weltpokal

Terminnot. Der neuerliche Wintereinbruch hat den Fußball in England weitgehend lahmgelegt. Bei starkem Schneefall und klirrendem Frost konnten nur zwei Partien des 18. Spieltags stattfinden. Der FC Sunderland schlug die Bolton Wanderers am Sonnabend mit 1:0, die Blackburn Rovers trennten sich 1:1 von Tabellenschlusslicht West Ham United. Das für Sonntag angesetzte Spitzenspiel zwischen Manchester United und Titelverteidiger FC Chelsea wurde rund 28 Stunden vor Anpfiff etwas überhastet abgesagt, was für Kritik sorgte. "Das stellt uns vor große Probleme", sagte United-Sprecher Phil Townsend. Für beide Klubs wird es angesichts ihres prallen Programms nun schwierig, vor dem am 7. Mai angesetzten Rückspiel einen neuen Termin zu finden. Trotz der Absage feierte ManU-Trainer Alex Ferguson einen Rekord. Mit 24 Jahren, einem Monat und 14 Tagen Amtszeit überholte der Coach seinen legendären Vorgänger Matt Busby. Auch die Tottenham Hotspurs, die von der Absage ihres Spiels beim FC Blackpool erst auf dem Flughafen erfuhren, wunderten sich. "Man würde denken, dass das Spielfeld in Chelseas Stadion mit seiner Rasenheizung bespielbar sein sollte. Es gibt wohl einen anderen Grund, von dem wir nichts wissen", mutmaßte Tottenham-Trainer Harry Redknapp. Die Spielabsagen belebten auch die Diskussion über die Einführung einer Winterpause in der Premier League. "Spanien, Italien und Deutschland haben Winterpausen, die Engländer Knochenbrüche", schrieb der "Sunday Telegraph".

Derby-Liebling. Nicht Lionel Messi, nicht David Villa, sondern der Sohn eines Tankstellenpächters war der Spieler des Spiels bei Barças souveränem 5:1-Auswärtssieg gegen den Lokalrivalen Espanyol: Pedro Rodríguez. Der 23-Jährige war fast überall zur Stelle, erzielte nach einem Konter in der 18. Minute den Führungstreffer, bereitete das 2:0 durch Xavi (29.) vor und erzielte den dritten Treffer (60.) wieder selbst. Villa (76./84.) landete ebenfalls einen Doppelpack, Osvaldo (63.) erzielte das Ehrentor für Espanyol. "Bei ihm weiß man nicht, ob er Außenstürmer, Vorbereiter oder Abwehrspieler ist. Man kann nicht einmal genau sagen, ob er Rechts- oder Linksfüßler ist", lobte die Zeitung "El País" das Talent des Barça-Eigengewächses Rodríguez. Die Erfolgsserie des FC Barcelona bleibt damit makellos. Die Mannschaft ist seit 22 Spielen ungeschlagen, gewann die letzten zehn Pflichtspiele in Folge und erreichte nach 16 Spieltagen mit 43 Punkten die beste Bilanz in der Geschichte der Liga. Barça wird sicher als Tabellenführer in die Winterpause gehen. Aber Real Madrid hält Anschluss. Mit den deutschen Fußball-Nationalspielern Mesut Özil und Sami Khedira kamen die Königlichen zu einem mühsamen 1:0-Sieg gegen den FC Sevilla. Das Tor schoss Angel di Maria in der 77. Minute.

Rom erobert San Siro. Durch einen1:0-Sieg gegen den AC Mailand in San Siro hat der AS Rom die italienische Meisterschaft wieder spannend gemacht und den Tabellenführer mit viel Frust in die Winterpause geschickt. "Jetzt müssen wir mit dieser brutalen Niederlage 20 Tage leben, bis zum Wiederbeginn der Spiele", sagte Milan-Trainer Massimiliano Allegri. Für den Erfolg des Hauptstadtklubs im Vergleich der Champions-League-Achtelfinalisten sorgte Marco Borriello in der 69. Minute. "Wir können Meister werden", frohlockte der Torschütze trotz Platz fünf und noch immer sieben Punkten Rückstand auf die Mailänder.

Quadrupel. Die Spieler feierten, der Präsident jubelte, nur der Trainer motzte - und hat bei Inter Mailand kaum noch eine Zukunft. "Ich bin deprimiert und werde vom Klub im Stich gelassen. Man verspricht mir Spieler, die nicht kommen, es fehlt an Unterstützung für meine Arbeit", klagte Rafael Benitez in Abu Dhabi, noch während seine Schützlinge den 3:0-(2:0-)Sieg im Endspiel um den Weltpokal gegen TP Mazembe Englebert aus dem Kongo zelebrierten, den Goran Pandev, Samuel Eto'o und Jonathan Bianiany sicherstellten. Der Rüffel des Klubpräsidenten Massimo Moratti jedenfalls versprach trotz des Gewinns des "Quadrupels" nichts Gutes für den 50-Jährigen. "Das ist nicht der richtige Moment für solche Äußerungen", sagte der mächtige Vereinsboss. Als Meister, Pokal- und Champions-League-Sieger in die Saison gestartet, beträgt in der Serie A der Rückstand auf den Tabellenführer und Lokalrivalen AC Mailand bereits 13 Punkte.