Miriam Gössner hat Biathlon endlich kapiert

Mit zwei zweiten Plätzen lässt die Langlaufspezialistin das Fehlen Magdalena Neuners beim Weltcup-Auftakt in Schweden vergessen

Östersund. Die neue Hoffnungsträgerin im deutschen Biathlon heißt Miriam Gössner. Beim ersten Weltcup des WM-Winters stürmte die 20-Jährige im schwedischen Östersund gleich zweimal auf den zweiten Platz und ließ damit das krankheitsbedingte Fehlen von Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner vergessen. Nur die Finnin Kaisa Mäkäräinen war wie schon im Sprint am Freitag zu schnell für die Langlaufspezialistin aus Garmisch-Partenkirchen.

"Ich habe Biathlon endlich kapiert. Ich muss nicht nur gut laufen, sondern auch gut schießen", sagte Gössner. Nach ihrem sensationellen zweiten Platz im Sprint, dem ersten Weltcup-Podestplatz ihrer Karriere, glänzte sie auch im Jagdrennen mit der besten Laufzeit des gesamten Feldes und leistete sich am Schießstand nur drei Fehler. Im Ziel hatte die Olympia- und WM-Zweite im Langlauf 1:39,4 Minuten Rückstand auf Mäkäräinen, die mit ihrem zweiten Sieg die Führung im Weltcup übernahm.

"Da kann man nur den Hut ziehen. Das ist vielleicht der Beginn einer großen Karriere", sagte Bundestrainer Gerald Hönig ein bisschen fassungslos: "Sie hat ja immer wieder den Ruf, zwischen den Welten zu pendeln und keine Biathletin zu sein. Sie hat jetzt bewiesen, dass sie eine ist." Besonders beeindruckt war der Coach vom letzten Schießen, als Gössner im Sandwich zwischen Gesamtweltcupsiegerin Helena Jonsson-Ekholm und Olympiasiegerin Anna-Carin Olofsson-Zidek die Nerven behielt. Auf der Schlussrunde hängte sie die beiden großen Schwedinnen dann ganz locker ab.

Tina Bachmann und Andrea Henkel landeten nach je vier Schießfehlern auf den Plätzen zehn und 13. Das Duo konnte aber immerhin hinter Gössner die besten Laufzeiten vorweisen, während die deutschen Männer den schnellen Norwegern nur staunend hinterherschauten. Es siegten Emil Hegle Svendsen und zum insgesamt 93. Mal Ole Einar Björndalen.