HTHC-Hockeyherren spielen nicht gut, aber gewinnen trotzdem

Hamburg. Große Teams zeichnet es aus, dass sie ihre Pflichtaufgaben erledigen und damit trotzdem nicht zufrieden sind. Wer nach dem 11:7-Sieg beim Großflottbeker THGC die Hallenhockey-Bundesligaspieler des Harvestehuder THC beobachtete, konnte neben allgemeiner Erleichterung bei fast jedem Akteur auch ein leichtes Kopfschütteln ausmachen. Irritation über die eigene Leistung war das Gefühl, das im Team des letztjährigen Vizemeisters vorherrschte. "Das war wirklich kein gutes Spiel von uns", gab Abwehrchef Moritz Fuhrmann unumwunden zu.

Bis zum 5:4 durch Michael Körper in der 22. Minute hatten die Gastgeber dem Nord-Favoriten die Stirn geboten. Erst danach schalteten die HTHC-Herren, unterstützt durch den präzisen Eckenspezialisten Sebastian Feller, der insgesamt fünf Tore erzielte, einen Gang höher und brachten Gegner und Spiel unter Kontrolle. "Das sind die Spiele, die man gewinnen und schnell vergessen muss", sagte Nationalspieler Tobias Hauke. Flottbek, Überraschungs-Tabellenführer des Auftaktwochenendes, stürzte durch eine 8:16-Niederlage beim Uhlenhorster HC am Sonntag auf Rang vier ab, während der UHC dank eines 18:2-Sieges am Sonnabend gegen Hannover 78 mit nun 50 erzielten Toren die Spitze übernahm.

In der Damen-Bundesliga marschieren HTHC und Club an der Alster im Gleichschritt vorneweg. Während Alster, das ein heiß umkämpftes Derby beim Klipper THC 7:5 gewann, an der Tabellenspitze erwartet worden war, ist man beim HTHC vom perfekten Saisonstart doch ein wenig überrascht.

Der 6:1-Sieg beim punktlosen Großflottbeker THGC war zwar um zwei Tore zu hoch ausgefallen, weil die Gastgeberinnen im Schusskreis eklatante Mängel aufwiesen. Dennoch macht das im Vergleich zum Viertelfinalaus im Vorjahr um fünf Leistungsträgerinnen dezimierte Team von Stephan Platz einen souveränen Eindruck. Neben den Führungsspielerinnen Rike Sager (ein Tor) und Katharina Hauschildt (drei Tore) wusste besonders die trickreiche Alina Fischer (ein Tor) zu gefallen. Am Sonntag (16 Uhr, Barmbeker Straße) kann im Derby gegen Alster bereits eine Vorentscheidung im Kampf um die Nordmeisterschaft fallen.