Nachspiel

Tierische Helfer des Sports

Eine Glosse von Christian-A. Thiel

Es gibt Personal vor den Türen gewisser Etablissements - mit viel Muskel- und weniger Hirnmasse -, bei dessen Anblick sich der Vergleich mit King Kong aufdrängt. Auch der eine oder andere Leibwächter hoher Tiere wird gern als Gorilla bezeichnet. Die Inder sind da schon einen Schritt weiter. Bei den an diesem Sonntag in Neu-Delhi beginnenden Commonwealth Games wollen sie neben 17 000 Soldaten und 80 000 Polizisten echte Affen im Wachdienst zum Schutz der Wettkampfstätten einsetzen.

38 Languren, das sind Schlankaffen mit langem Schwanz, sollen im Grunde das tun, was sie immer machen: ihre kleineren Verwandten vertreiben. In diesem Fall sollen sie die Sportstätten und, noch wichtiger, die VIP-Bereiche "sauber" halten.

Die Kobra, die sich vor einer Woche ins Tenniszentrum in Neu-Delhi schlängelte, war allerdings nicht in offizieller Mission unterwegs.

Trotzdem könnte das indische Beispiel Schule machen. Wie wäre es etwa mit Geparden als Kampfrichter bei 100-Meter-Läufen? Denen läuft nicht einmal Usain Bolt davon. Mit Kängurus als Ringrichter bei Klitschko-Kämpfen? Die hauen schon mal dazwischen, wenn wieder mal ein Fleischklops klammert. Oder mit Falken als Fußball-Torrichtern? Die sehen bekanntlich alles.

Womit wir bei Krake Paul sind. Der Oktopus wusste bei der WM schon vorher, wie die Spiele ausgehen. Irgendwann, steht zu vermuten, wird ihn die Wett-Mafia einsetzen.