Fussball-Nationalmannschaft

Matthäus: "Ballack würde mit Rücktritt Größe beweisen

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Lothar Matthäus legt dem verletzten Kapitän der deutschen Nationalmannschaft einen Rücktritt nahe.

Pretoria. Nun schaltet sich auch Deutschlands Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus in den Machtkampf um das Amt des Kapitäns in der Deutschen Nationalmannschaft ein. „Wenn Michael jetzt sagen würde: Die Mannschaft ist ohne mich stark genug. Ich trete zurück, konzentriere mich auf Leverkusen, dann würde er noch mal Größe beweisen“, sagte der DFB-Ehrenspielführer der Bild-Zeitung.

Vor dem WM-Halbfinale des Vize-Europameisters gegen Spanien am Mittwoch in Durban (20.30 Uhr/ARD und im Liveticker auf abendblatt.de) war Unruhe bei der deutschen Mannschaft aufgekommen, nachdem WM-Kapitän Philipp Lahm auch für die Zukunft die Spielführerbinde für sich reklamiert hatte. Die Vorgehensweise des Außenverteidigers von Rekordmeister Bayern München kurz vor dem eminent wichtigen Spiel gegen den Europameister kritisierte Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg allerdings harsch.

„Ein absolut unglücklicher Zeitpunkt. Philipp Lahm wäre besser beraten gewesen, sich bedeckt zu halten und gar nichts darüber zu sagen. Nach der WM hätte er zu Jogi Löw sagen können, dass er weiter Kapitän bleiben will. Aber nicht jetzt, zwei Tage vor einem Halbfinale gegen Spanien. Das ist sehr unglücklich und wird Unruhe geben“, sagte Sky-Experte Effenberg.

Der 35-malige Nationalspieler ist sich sicher, dass Lahm nach der WM die Kapitänsbinde wieder an Ballack abgeben muss. „Er wird zurückkommen, da bin ich mir sicher. Er hat einen tollen Verein mit Bayer Leverkusen, er wird fit sein und dann wird er auch wieder der Kapitän der Nationalmannschaft sein. Davon bin ich fest überzeugt. Philipp Lahm muss dann wieder ins zweite Glied rücken und die Binde abgeben“, sagte Effenberg.

Zu Ballack, der die Nationalelf beim Viertelfinale in Kapstadt gegen Argentinien (4:0) vor Ort unterstützt und sich bis Montag im deutschen WM-Quartier in Erasmia vor den Toren Pretorias aufgehalten hatte, waren bereits zuvor einige Nationalspieler intern auf Distanz gegangen.